Jede Interaktion, jedes Erleben und wie wir es abspeichern, wirkt in unserem System. Arbeiten wir immer an uns selbst? Und arbeiten wir bewusst in die richtige Richtung?

In Zeiten von Social Media ist es Gang und Gebe geworden, uns selbst immer nur von der besten Seite zeigen zu wollen.  Welches Interesse wird damit verfolgt, die beste Version von uns selbst zu zeigen?

Und wie sieht diese überhaupt aus? Und können wir das überhaupt erreichen? Zwischen Vorbildern, Träumereien und Realismus, gibt es einige Wege, auf denen wir uns verlaufen können.

Sind wir zufrieden mit der Person, die wir gerade sind?

Den meisten von uns fallen jetzt mehr oder weniger Dinge ein, die sie noch verbessern könnten. Denn jeder von uns wäre gerne die beste Version seiner selbst. Und der Weg dorthin ist ein Prozess.

Dieser beginnt mit dem Entdecken der Startlinie. Über welche Eigenschaften, Kompetenzen und Verhaltensweisen verfügen wir aktuell? Wenn wir uns Zeit nehmen uns selbst näher zu betrachten, sehen wir den Status Quo. Dabei bewerten wir auch im gleichen Atemzug, ob uns das gefällt, was wir sehen.

Schreiben wir zum Beispiel eine Liste mit unseren Schwächen und Stärken. Füllen können wir diese mit Aspekten, die wir gut können, bei denen wir uns sicher fühlen, worauf wir stolz sind, was uns verunsichert, was wir nicht gut hinbekommen haben. Mit jedem einzelnen Punkt zeichnen wir ein Bild unserer eigenen Person.

Auch wichtig zu betrachten ist unser Umfeld / die Situation in der wir sind: Haben wir all diese Eigenschaften zu jeder Zeit? Mit unseren Freunden? Unseren Mitarbeitern? Unserem Vorgesetzten? Unserem Team? Wechseln wir unsere Umgebung, so verändert sich meistens auch unsere angenommene Rolle. Beste(r) Freund(in), Mentor(in), Unterstützer(in), Leader(in), … und unsere Motivationslage.

Doch wollen wir überhaupt in der jeweils angenommenen Rolle die beste Version von uns selbst werden? Hinterfragen wir diese erst, und wählen, ob wir uns in dieser überhaupt weiter in dieser Rolle und den damit verbundenen Erwartungshaltungen befinden möchten? Bei dieser Gelegenheit zeigen sich ebenfalls Stärken und Schwächen, wenn wir die Gründe für unsere Wahl betrachten.

Denn wir werden keine Rolle meistern können, wenn wir uns in dieser nicht wohlfühlen, in ihr nicht wirklich angekommen sind, sie fühlen und authentisch ausfüllen.

Haben wir für uns entdeckt und benannt, was uns ausmacht, haben wir auch die Startlinie. Die Richtung, in die wir uns bewegen möchten, beschließen wir. Was möchte ich mehr, was weniger Bedeutung in meinem Leben, meinem Verhalten und meinem Erleben geben?

Bevor wir einen Plan machen, hilft ein kurzer Rückcheck: Möchten wir uns aus den für uns richtigen Motivationen heraus verändern und entwickeln?

Ab und an möchten wir uns aus Gründen ändern, die für uns auf lange Sicht nicht förderlich oder sogar hinderlich, schlimmsten falls schädlich werden können. Oft wollen wir uns, aus einem Vergleich mit einer Person oder einer konkreten Situation heraus, verbessern. Dabei beachten wir jedoch nicht, dass dieser Vergleich nicht immer 1:1 auf unser Leben angepasst ist. Vergleichen wir unser Können, weil jemand die gleiche Aufgabe richtig gut gemeistert hat, während wir ein weniger gutes Ergebnis geschafft haben, so übersehen wir oft die Umstände. Entsprach die Aufgabe genau dem Skill-Set der Person? Welchen Arbeitsaufwand hatte sie? Sind wir die Aufgabe genau gleich angegangen? Was unterscheidet uns?

Wen wir uns verändern und verbessern möchten, so ist ein Blick nach innen viel wertvoller, als ein Blick nach außen.

Jetzt können wir uns die Frage nach dem Wohin stellen. Welche Vision haben wir von unserer besten Version? Daraus ergeben sich die Ziele, die wir erreichen möchten. Diese können wir für den Prozess festhalten.

Es gilt jedoch nicht die Balance zwischen Träumen und Realität zu verlieren. Denn zu hohe, oder unwahrscheinliche Ziele, die nicht erreicht werden können, können sich sehr demotivierend auswirken. Das kann den Prozess unserer Weiterentwicklung ins Stocken oder ganz zum Stillstand bringen.

Finden wir hohe, aber realistische Ziele, so können wir unseren Plan formulieren. Was brauchen wir, um diese Ziele zu erreichen? Was wollen / müssen wir ändern? Welche Kompetenzen, Eigenschaften, Angewohnheiten, etc.? Diese können auch aus kleineren Teilen bestehen. Möchten wir zum Beispiel eine bessere Organisation aneignen, so gehört die Ordnung am Arbeitsplatz dazu.

Aus diesen einzelnen Komponenten können Teilziele und Etappen bestimmt werden, die bei der Erreichung einen motivierenden und wohltuenden Effekt haben.

An welchen Schrauben müssen wir drehen? Was können wir in unserem Alltag anders machen, um unsere Ziele zu erreichen? Alte hinderliche Routinen ablegen oder neue förderliche aneignen, ist eine Möglichkeit. Eine weitere ist das Setzten von Tageszielen. Das ist auch ein gutes Werkzeug der Selbstreflexion. So kann jeden Abend festgehalten werden, ob und wie die Ziele erreicht wurden. Ist uns das einfach oder schwer gefallen? Worauf achte ich im nächsten Schritt, um mich weiter in die von mir gewählte Richtung zu bewegen? Lesson learned und mutig in die nächsten Abenteuer…

Daraus ergibt sich Motivation, innerer Antrieb, Kraft und Freude. Dies bildet auch die Basis, um in der Führungsfunktion Mitarbeiter zu fordern und zu fördern.

Wie zufrieden, wie motiviert und wie engagiert ist ein Mitarbeiter? Welche nächsten Schritte werden angestrebt, sind diese realistisch?

Und ganz entscheidend für die Zielformulierung: Welche Skills möchten weiterentwickelt werden? Wo sieht der Mitarbeiter im daily business Ansatzpunkte und konkrete Übungsfelder für die Umsetzung seiner gewählten Vorgehens- und Verhaltensweisen.

Hier ist die Führungskraft gefordert. Stimmen die Ansatzpunkte und Vorschläge mit der Zielsetzung überein? Welche Unterstützung kann geboten werden, ohne die Eigenverantwortung zu beschneiden?  Wie werden die Veränderungen sichtbar? Wie sieht die best Version des Mitarbeiters aus – und last not least, wirkt seine Vorstellung authentisch und von den richtigen Motivationen getrieben. Je vertrauensvoller das Miteinander ist, desto konkreter kann zusammengearbeitet werden.

Fördern und fordern Sie durch Fragen, Impulse und Anregungen. Unterstützt wird der Mitarbeiter bei der Festlegung, in welchem Tempo und wie weit er gehen möchte.

Bei jeder Veränderung ist es förderlich, sich nicht über Kleinigkeiten zu ärgern und die Dinge von etwas weiter weg zu sehen. Auch Rückschläge gehören zum Prozess.

Vor allem jedoch den Mut zu haben sich in neue unbekannte Situationen vorzuwagen und offen gegenüber Veränderungen zu sein.

Mit jedem Tag begeben wir uns immer wieder in Richtung unserer besten Version von uns selbst. Und das kann großen Spaß machen.