Wir sind in vielen Welten unterwegs. Und in jeder können wir Einfluss nehmen und gestalten – unser Circle of Influence.

Egal ob Situationen, Mitmenschen oder unser Umfeld, Quellen für Aufgaben und Herausforderungen, haben wir viele. Aber haben wir über alle die Kontrolle?

Macht es überhaupt Sinn, Energie für Dinge aufzuwenden, die wir nicht verändern können? Woran erkenn ich diese überhaupt?

Das Konzept des Circle of Influence gibt einen Einblick, wie wir in unserem Umfeld agieren und worauf wir achten sollten.

Wir investieren Zeit und Energie, Gedanken und Aufwand in Bereiche, die wir beeinflussen können und möglicherweise auch in Bereichen, die wir nicht beeinflussen können. In einem Modell veranschaulicht Steven Covey den Circle of Influence und den Circle of Concern. Gut vorstellbar, wenn einer der Circle sich ausdehnt, dann schrumpft der andere.

Der innere Bereich ist der Circle of Influence, in dem wir aktiv gestalten und agieren können. Ein größerer, von uns weiter entfernter Kreis, ist der Circel of Concern. Ein Bereich, in den wir einsehen können, aber nicht direkt beeinflussen können. In welchen Circle investieren wir? Und Warum?  

Stören wir uns an Umständen? An Verhaltensweisen, die wir nicht ändern können? Circle of Concern. Ärgern wir uns über Verhaltensweisen in einem direkten Gespräch mit uns? Circle of Influence. Wir stecken über den gesamten Tag unsere Energie und Kraft in jeweils einen dieser beiden Bereiche.

Dabei kann es auch vorkommen, dass die Themen in unserem Bereich langweilig werden. Klar, denn mit manchen beschäftigen wir uns über längere Zeiträume hinweg. Spannend und neu dagegen sind Themen, die in den Bereichen unserer Mitmenschen liegen. In dem Circle of Concern bewegen wir uns vielleicht gerne, wenn unserer langweilig oder repetitiv wird.

Für uns kann sich das lohnend anfühlen: Helfen wir anderen in ihren Themen, oder unterstützen Jemanden, so füttern wir das Gefühl gebraucht zu werden. Unser Ansehen steigt in unseren Augen, und am Ende des Tages fühlen wir uns produktiv, weil wir Energien aufgewendet haben.  

Wo hätten wir sie aber eher gebraucht? Bzw. wo haben wir unsere Power nicht eingesetzt, weil wir sie in dem Circle of Concern gerne anderen spendiert haben? Was ist dabei auf der Strecke geblieben?

Denn verbrauchen wir unsere Aufmerksamkeit auf Themen der anderen oder auf Dingen, die wir nicht ändern können, so bleibt unser eigener Bereich auf der Strecke und wir kommen nicht weiter. Ebenso fühlt sich der Aufwand meist nur kurzfristig lohnend an, da wir nichts aktiv verändert haben, oder die von uns gewünschten Ergebnisse bleiben aus. Dabei unterstützen wir andere meist über ein unterstützendes Maß hinaus. Das kann in der eigenen Selbstwirksamkeitserwartung in Bezug auf unsere eigene Zielerreichung - das Vermögen das eigene Leben zu gestalten - die Leistungsfreude senken und Widerstände in uns aufbauen.

Konzentrieren wir uns hingegen auf unseren eigenen Bereich, so hat das manch Vorteile für uns:

Wir investieren in einen Ausbau unseres eigenen Wirkungsgrads und vergrößern ihn. Anstatt sich über Dinge zu ärgern, die wir nicht verändern können, betrachten wir unseren Bereich und finden, was wir in dieser Situation anders machen könnten. Wir verlassen uns auf uns selbst und verwenden unsere Energie lohnend. Das stärkt unser Selbstvertrauen und steigert unsere Freude und Kreativität. Unsere Energie baut sich auf und wir motivieren uns selbst durch das sichtbare erreichen von Ergebnissen.

Gar nicht mal so schlecht, oder?

Wenn es aus den richtigen Motivationen heraus passiert.

Konzentrieren wir uns von uns aus, nur auf unseren Bereich, haben wir metaphorische Scheuklappen auf.  

Wieso gehe ich nicht auf den Bereich anderer ein? Bin ich nicht sensibel genug? Bin ich durch meine Haltung oder Prägung stumpf gegenüber anderen? Oder liegt es an unserer Erwartung?

Hier bewegt sich sowieso nichts, egal was ich mache…“

Daraus ergibt sich die Entscheidung: Wo grenze ich ab? Wo bring ich mich ein?

Gänzlich ohne den Circle of Concern geht es nicht. Das liegt bereits in unserer Natur des sozialen Wesens. Sehen wir den Grund in unserer Erwartungshaltung, so können wir analysieren, wo Anknüpfpunkte liegen.

Denn wie bei vielen anderen Themen, unterstützt Klarheit eine gute Lösung. Um dieses zu treffen, können wir herausfinden, wo die Grenze der beiden Circles liegt.

Wo können wir sie erweitern? Wohin legen wir unsere Aufmerksamkeit, unsere Energie?

Dabei können wir genau unseren Invest betrachten. Am Ende jeden Tages können wir uns selbst beantworten:

Wie viel Prozent meiner Zeit habe ich heute in Circle of Concern (der anderen) eingesetzt?

  • Wie viel Kraftaufwand war das gefühlt in Prozent?
  • Gab es ein sichtbares Ergebnis?
  • Wie zufrieden macht mich das Ergebnis?
  • Stellt sich bei mir auch eine innerliche Zufriedenheit ein?

Wie viel Prozent meiner Zeit habe ich heute in den Circle of Influence (meinen) eingesetzt?

  • Wie viel Kraftaufwand war das gefühlt in Prozent?
  • Gab es ein sichtbares Ergebnis?
  • Wie zufrieden macht mich das Ergebnis?
  • Wie sieht es mit meiner inneren Zufriedenheit aus?

Sehen wir die Ergebnisse nebeneinander liegen, so fällt uns schnell auf, wie das Verhältnis ist. Danach stellen wir uns die Frage: Gefällt uns das?

Wo ist unser Benefit in der bestimmten Aufteilung?

Wollen wir morgen unsere Aufmerksamkeit unterschiedlich aufteilen?

Wir können uns bewusst Ziele wählen, und diese präsent halten. Das ermöglicht eine bewusste Fokussierung auch in der Umsetzung. In dieser kann uns die bewusste Auswahl der Methode, anhand der gewählten Ziele, unterstützen.

Wie sieht es bei den Mitarbeitern aus? Auf welchen Bereich legen sie den Fokus?

Wir können unsere Mitarbeiter unterstützen, indem wir sie ermutigen, ebenso Klarheit zu finden.

Dies beginnt bei der Beobachtung. Fallen einzelne Personen auf, die sich vermehrt mit anderen oder nur ihren eigenen Aufgaben / Themen beschäftigen?

Gehen wir mit diesen in ein Gespräch: Welche Gründe gibt es für das Verhalten? Ist die Person von den eigenen Themen gelangweilt? Liegen Widerstände oder Blockaden vor? Mindset? Team-Spirit?

Das Bewusstsein, dass wir Schwächen oder Stärken der Kollegen mit unseren eigenen komplementieren und kompensieren können, schweißt das Team weiterhin zusammen. Dieses bei den Mitarbeitern zu stärken, ist die Aufgabe der Führungskraft.

Erkennen wir woran es liegt, können wir konkret Methoden oder Handlungen umsetzten, die unseren Mitarbeiter zum anderen Circle weist.

Wie wir agieren, berührt nicht nur uns selbst, sondern auch andere.

Egal, in welchen Bereich wir unsere Energie stecken, den Unterschied sehen wir in den Auswirkungen: Meine Verantwortung für meine innere Zufriedenheit, meine Signalwirkung, meine Positionierung.

Das liegt ganz bei uns.

Wie können wir generell mehr zufrieden werden? Das könnt ihr hier lesen.