Kreativität nach Anleitung? Schwer vorstellbar.

Während Design Thinking einen methodischen Rahmen bieten kann, so ist der größte Bestandteil: Die Art zu Denken. Kreativ, frei, mutig und hinterfragend.

Design Thinking wird von vielen als Methode verstanden, ist dabei jedoch viel eher ein Mindset, eine Weise zu denken und sich im System zu bewegen. Nicht nur das Kreative oder die Zahlen sehen, sondern beides vereinen. Die Thematiken aus mehreren Blickwinkeln gleichzeitig sehen.

Für Unternehmen ist es besonders anspruchsvoll Design Thinking als Methode einzuführen. Weil Design Thinking im Bewusstsein, im Mindset verankert ist und dies ist schwerlich einführbar. Es sei denn, die Schlüsselpersonen wissen, wie sie dies aufbauen können. Übung macht den Meister, Versuche, Reflexion, Erfolgserlebnisse und Erfolgsbilanzen unterstützen Erwachsene, erprobte Erfahrungspfade zu verlassen und über neue Verknüpfungen neue Wege zu gehen – im Leben und auch gedanklich. Leitfragen können hierbei Impulse zur Unterstützung liefern, ebenso institutionalisierte Reflexionsrunden.

In diesem Artikel haben wir bereits über die Anwendung von Design Thinking gesprochen.

Die Anleitung befolgen ist einfach. Haben wir jedoch schon so gedacht?

Lassen wir nicht Design Thinking zum Begriff eines „Buzzword“- oder „Bullshit-Bingos“ werden. Out of he box denken auf Kommando?

Denkansätze, viel zu vorteilhaft und hilfreich, als sie nur aus dem Trend heraus im Schaufenster des Unternehmens als Deko-Objekt zu behalten.

Wie also ist es möglich, aus diesem Prinzip open minded in neue kreative Ansätze zu gehen? Welche Erfahrungen haben wir in der Praxis, im echten Leben damit gemacht?  

Indem es nicht nur leere Worte und heiße Luft bleibt. Nicht nur das Prinzip anwenden, sondern vielmehr leben. Manchmal ist das anstrengend, aber immer wertvoll.

Denn in unserem Kopf und in Zentrum des Prozesses sollte der Kunde stehen. Dieser kann der Endkunde, das Unternehmen oder die Mitarbeiter selbst sein. Immer die Person(en), für die die neue Idee entwickelt wird.

Dreh- und Angelpunkt des Design Thinking Mindsets ist die wichtigste Frage: Was braucht diese Person?

Das bedeutet für den Prozess und den Ablauf, dass die Grenzen viel weicher sind. Auf dem Weg zum Ziel folgen wir nicht stur einer Linie. Je nachdem, was die Inhalte und die Ziele sind, so verläuft der Prozess. Das kann bedeuten, dass wir manchmal einen Kreis und manchmal Schlangenlinien fahren. Dafür werden viele anreichernde Ideen gesammelt.

In den ersten Schritten des Prozesses kann es helfen seine Gedanken offen zu halten. Bei dem Erkennen und Verstehen der Zielgruppe und deren Bedürfnisse alle Möglichkeiten zulassen, und nichts bewerten. Es herrscht das Motto: „Question first – Answer second.“

Stellen wir uns die Zielgruppe / Zielperson vor, entfachen wir unsere Kreativität erst so richtig, wenn wir die gewohnten Stereotypen verlassen. Wie sieht es außerhalb der gewohnten Grenze aus?

Gehen wir in die Extreme. Was ist das Beste? Was das Schlimmste? Was könnte/ wird die Zielperson in Zukunft brauchen? Hier jede Idee zulassen und ermutigen.

Haben wir ungefähre Ideen im zweiten Schritt zusammengetragen, gilt es diese zu durchlöchern. Warum ist das so? Abstrahieren wir unsere Idee immer weiter! Je abstrakter desto besser. Denn genau hier bewegen wir uns auf einem, für uns, unbekannten Feld, indem unsere Kreativität auf Hochtouren arbeitet.

Im vierten Schritt des Prozesses, in dem aus der Idee heraus ein Prototyp entwickeln, gehen wir somit von dem Gedanken „First think-than pick the tool!“ aus. Die abstrakten Ideen werden wieder zurückgeführt, und vereinfacht. So weit vereinfachen, bis es nützlich für die Zielperson wird.

In der fünften Phase entscheidet sich dann der Weg. Kommen wir zum Schluss und Ziel, oder gehen wir in die Iteration und durchlaufen erneut die Phasen? Denn nun kommt es darauf an, ob die Zielgruppe auch bereit ist für den entworfenen Prototypen.

Denn nicht die Technologie macht die Veränderung, sondern die Menschen. Eine bestimmte Veränderung wird nicht von jeder Generation angenommen. Ein Beispiel: Das selbstfahrende Auto gab es schon um die Jahrhundertwende, wurde aber von der Gesellschaft nicht akzeptiert.

Ist dies der Fall, kann die Idee weiterentwickelt werden – oder für die Zukunft aufbewahrt werden.

Neben den gewohnten Wegen und Pfaden liegt eine unbekannte, aber spannende Welt.  Trauen wir uns diese zu betreten, erleben wir eine enorme Kreativität und spannende Ideen.

Design Thinking als Denkansatz kann jeden von uns helfen, die eigene Sicht zu erweitern. Trainieren wir uns einen neuen Horizont an.