Die medialen Möglichkeiten fördern uns und fordern eine immer schneller werdende Verarbeitungsfähigkeit von Informationen.

Auch komplexe Systeme und Strukturen sind gefordert, dem gerecht zu werden. Mit dem umgehen was ist, die Chancen und Möglichkeiten bestmöglich zur Wertschaffung und Zukunftssicherung zu nutzen – immer schneller, effizienter und innovativer.

Erneuern, neuer werden, neue Methoden nutzen und dadurch nach vorne kommen? Erneuern heißt, nicht nur eine bessere Version von etwas, einem Prozess, einem Produkt oder einem Service, sondern eine neue Form. Doch wo finden wir neues? Pablo Picasso nannte es, sich vom Ziel ziehen lassen…

Design Thinking schafft hier für Raum.

Doch was bedeutet der Begriff? Was steckt dahinter? Wo kann es angewandt werden?

Eine Methode, ein Prozess oder eine Herangehensweise. Design Thinking hat die unterschiedlichsten Definitionen: eine systematische Herangehensweise, um Lösungen zu finden, eine Methodik und zugleich ein Denkansatz, um möglichst viel kreatives Potential freizusetzen.  Je nach Einsatzort und Ziel des Projektes unterschiedlich angewandt.

Dabei ist der Start- und Angelpunkt bei dem Entwicklungsprozess das Bedürfnis und der Nutzen für den Macher, Gestalter und Verbraucher.

Dafür wird systematisch, kreativ, innovativ und vor allem schneller an die Idee herangegangen. Dies wird gewährleistet, wenn verschiedene Blickwinkel und Ansichten zusammenkommen. Es wird schneller von dem Konzept in die Umsetzung gegangen. Und das Ganze ist nicht so neu, wie der Begriff annehmen lässt.

Bereits 1852 wurde der Leitsatz „Form follows function“ von dem amerikanischen Bildhauer Horatio Greenough genannt. In diesem soll der Fokus nicht mehr auf der Ästhetik, sondern auf der Funktionalität liegen.

Dieser Ansatz wurde dann in den 1970er weiterentwickelt, indem betrachtet wurde, wie der Nutzen am besten entdeckt werden kann. Es galt Multidisziplinarität statt isoliertem Spezialistentum. Denn je mehr unterschiedliche Facetten eines Problems berücksichtigt werden, umso mehr Anwenderfreundlichkeit entsteht. Und dies kann aus der Betrachtung von vielen Blickwinkeln entstehen.

Durch diese Eigenschaft ist Design Thinking häufig in agilen Unternehmen anzutreffen.

In einem kreativen Prozess gibt es viele Möglichkeiten. Ist der Weg kurz bis zur ersten Idee oder ist er viel weiter über das Ziel hinaus?

Es lohnt sich mutig zu sein: Arbeiten wir an unserer ersten Idee weiter. Stellen wir uns die größte denkbare Möglichkeit vor und analysieren und bewerten diese. Damit nähern wir uns einer besseren Idee.

Eine Systematik also, um kreativ zu werden und out of the box zu denken. Wie geht das? Zuerst alles Bekannte loswerden, erläutern, mitteilen, sammeln – damit Platz für Neues ist. ‚Sich vom Ziel ziehen lassen‘ also im zweiten Schritt das Ziel und die Anforderungen an das Ziel klar formulieren. Dann im dritten Schritt alle Möglichkeiten sammeln, auch wenn sie unmöglich erscheinen. Anschließend diese auf auf Realisierbarkeit und Aufwand überprüfen. Mechanismen, die in die Kreativität führen, können unterstützt werden durch spielerische Sequenzen, Analogien und bewusst unrealistisch gewählte Szenarien. So wird eine Öffnung geschaffen, um sich zu trauen, Neues, Unerprobtes und auch mögliches Scheitern zu zulassen. Eben out oft he box.  

Unternehmen nutzen diese Methode primär bei der Entwicklung und Weiterentwicklung (neuer) Produkte und Services. Im Vordergrund steht dabei das Motto „Frühe und häufige Fehler.“ Demnach wird der Grundsatz einer Idee vorgestellt und anhand früh auftretender Fehler und Feedback der Nutzer immer weiter verbessert.

Der iterative Prozess des Design Thinking kann weiterhin in sechs Phasen aufgeteilt werden. Jede dieser Phasen hat ein eigenes Teilziel. Die Erkenntnisse und Ergebnisse bauen aufeinander auf.

  1. Verstehen

Was ist das Problem? Wo liegt es? Die Bedürfnisse der Zielgruppe kennen und sich bewusstwerden, worum es geht.

2.  Zusammentragen

Welche Erkenntnisse hat das Team gewonnen? Zusammentragen und Abgleichen. Damit entsteht ein Gesamtbild des Themas.

3.  Ideen generieren

Das freie Sammeln von Ideen, unabhängig von Umsetzbarkeit oder Wirtschaftlichkeit.

4.  Prototypen entwickeln

Die beste Idee wird zeitnah in ein Prototypen realisiert. Egal ob greifbar oder als Story – dieser soll zu neuen Ideen anregen.

5.  Testen

Wie gut eignet sich der Prototyp? Anhand des Testens und Ausprobieren und des damit generierten Feedbacks, wird der Prototyp zur konkreten Idee weiterentwickelt.

6.  Implementieren

Das Produkt oder der Prozess wird ausgerollt oder implementiert.

Neben der Nutzung des Denkansatzes bei konkreten Projekten kann es insbesondere auch in die Kultur des Unternehmens integriert werden. Somit wird eine Innovationskultur geschaffen, in dem die Mitarbeiter motiviert werden, Gedanken zu aktivieren und eigene Ideen und Impulse einzubringen.

Wie können wir Design Thinking für uns oder unsere Mitarbeiter nutzen?

Wie wenden wir es an? Mit dem richtigen Training.

Wer die innovative und kreative Ideenfindung für sich nutzen oder trainieren möchte, kann an diesen drei Punkten beginnen:

  • Die Teamzusammenstellung:

Um verschiedenen Blickwinkel zu ermöglichen, eignet sich ein Team von fünf bis sechs Personen, die aus unterschiedlichen Bereichen kommen. Marketing, Controlling, IT, Design, etc. – je mehr Ansichten, desto besser. Haben wir ein Team ausgewählt, so ist es am besten, bei diesem zu bleiben. Innerhalb des Teams sind Empathie und Offenheit wertvoll und steigern das Potenzial des Erfolgs der Idee.

  • Die räumliche Bedingung.

Kreativität entsteht oft, wenn wir Neues sehen. Aus diesem Grund eignet sich ein separater Raum am besten, um neue Ideen zu entwickeln. Dieser wird am besten nur zu diesem Zweck genutzt. Er bietet ausreichend Platz und Materialien, um Ideen festzuhalten und Prototypen zu kreieren.

  • Die offene Fehlerkultur

Der Prozess ist iterativ. Bei der Entdeckung von „Fehlern“ werden die Phasen wiederholt und somit die Idee weiterentwickelt. Dafür wird eine offenen Fehlerkultur benötigt, die Mitarbeiter motiviert, diese als Möglichkeit zu sehen. Ebenso zählt dazu der Mut, die Ideen zu veröffentlichen und sich dem Feedback von außen zu stellen. Denn das gewonnen Wissen kann für die Weiterentwicklung sehr wertvoll sein.

Bevor die Mitarbeiter in das kalte Wasser gestoßen werden, bietet es sich an, sie im Vorfeld vorzubereiten. Der Prozess und die Eigenschaften des Design Thinking sollten verstanden und akzeptiert werden, um motiviert in diesen starten zu können.

„Ich suche nicht - ich finde.
Suchen - das ist das Ausgehen von alten Beständen und ein Finden-Wollen von bereits Bekanntem im Neuen.
Finden - das ist das völlig Neue!
Das Neue auch in der Bewegung. Alle Wege sind offen, und was gefunden wird, ist unbekannt.
Es ist ein Wagnis, ein heiliges Abenteuer!
Die Ungewissheit solcher Wagnisse können eigentlich nur jene auf sich nehmen, die sich im Ungeborgenen geborgen wissen, die in die Ungewissheit, in die Führerlosigkeit geführt werden, die sich im Dunkeln einem unsichtbaren Stern überlassen, die sich vom Ziele ziehen lassen und nicht - menschlich beschränkt und eingeengt - das Ziel bestimmen."

Pablo Picasso

Trainieren wir uns und unsere Mitarbeiter in diesem Denkansatz und Prozess, so gestalten wir eine innovative, flexible und kreative Kultur und Umgebung innerhalb des Unternehmens.

Erweitern wir den Raum der Möglichkeiten und Handlungsfreiheit.