Arbeitet mein Mitarbeiter auch wirklich im Home-Office? Diese Frage stellen sich Führungskräfte und Arbeitgeber, wenn es um Home-Office geht. Für viele hat sich diese Frage definitiv mit "Ja" beantwortet, wurden sogar positiv von der gesteigerten Produktivität überrascht. Dennoch bleiben manche Arbeitgeber skeptisch und haben sich eine Kontroll-Maßnahme überlegt: Sie haben einen Privatdetektiv angeheuert. Wie das genau aussah, und ob es sich lohnt.

Home-Office-Faulenzern auf der Spur

Nicht allen von uns fiel die notwendige Umstellung auf Home-Office in Pandemie-Zeiten leicht. Fehlende räumliche Möglichkeiten, die Strukturierung mit der Familie daheim, oder der fehlende soziale Druck seine Aufgaben zu erledigen. Hinzu kommt das Vorurteil, dass im Home-Office weniger geleistet werden würde. Und genau dieses hat manche Arbeitgeber dazu veranlasst, härtere Kontrollen durchzuführen. Privatdetektive sollen Faulenzer im Home-Office aufdecken. Der Detektiv Nobert Idel berichtet gegenüber karriere.de, seine neuesten Aufträge. Er gehört zu einer größeren Reihe an Detektiven, die vermehrt solche Aufträge erhielten. Jeder dritte Auftrag handle sich um einen solchen.

Einsatz von Privat-Detektiven muss jedoch begründet sein

Doch so leicht ist ein Privatdetektiv nicht angesetzt. Aus rechtlicher Sicht muss ein konkreter, oder begründeter Verdacht bestehen, um ihn engagieren zu dürfen. Das können verschiedene sein: Der Mitarbeiter ist sehr oft nicht erreichbar, die Kollegen sprechen vermehrt einen Verdacht aus, mehrere Aufgaben werden nicht erledigt oder es werden über einen längeren Zeitraum schlechte Ergebnisse geliefert.

Wie ermitteln die Detektive?

Ist ein Verdacht begründet, so legen die Detektive los. Um festzustellen, ob ein Mitarbeiter wirklich seine Pflichten im Home-Office hinterherkommt, gibt es mehrer Möglichkeiten. Zu einem kann das Umfeld befragt werden. Die Nachbarn ansprechen, ob die Person zu Hause sei, oder ob er häufig das Haus verlasse. Zum Anderen kann die Person observiert werden. Steht das Auto vor dem Haus? Oder quirlt der Briefkasten schon über? Wie gut dass funktioniert, zeigt ein Fall, in dem ein Mitarbeiter überführt wurde, statt im Home-Office im Urlaub im Ausland zu sein.

Ist es den Aufwand wert?

In 80 Prozent seiner Fälle konnte Herr Idel die Personen überführen. Doch dafür lässt er und andere Detektive bezahlen. Ein Tagesbudget von 800 Euro sei die untere Kostengrenze. Zudem ist nicht immer garantiert dass die Ermittlungen ausreichen. Damit eine Kündigung vor Gerichten wirklich standhält, bedarf es oft den erfolgreichen Ermittlungen mehrerer Detektive über einen längeren Zeitraum. Dass bedeutet hohe Rechnungen. Der Einsatz von Detektiven ist damit eher das letzte Mittel, dass eingesetzt wird.

Offene Kommunikation statt Einsatz von Detektiven

Der Einsatz von Privatdetektiven ist ein Mittel, welches ein hohes Maß an Misstrauen voraussetzt. Erfahren die Mitarbeiter davon, kann das Arbeitsklima ganz schnell kippen. Deshalb ist es besser, mit den Mitarbeiter offen zu kommunizieren. Denn nicht immer sind Fehler durch Faulheit entstanden. Vielmehr sollte ein vertrautes Verhältnis entstehen, indem Mitarbeiter gerne und motiviert arbeiten.