Ein Thema, was seit Anfang des Jahres die Welt fest im Griff hat. Die Pandemie durch das Virus Covid-19, oder auch Corona. Jeder Mensch hat diese Zeit auf die unterschiedlichste Weise wahrgenommen. Zwischen dem Einbrechen von Existenzen, Angst um die Gesundheit, Ignoranten und absoluten Gewinnern war alles dabei. Wie wir dieses Zeit erlebt haben, beschreiben unsere Mitarbeiter und Kollegen hier. Was und wie viel daraus mitgenommen wird, entscheidet jeder selbst.

"Danke, Captain Obvious!" - Nachsicht ist kein Talent

"Kaum ein Tag vergeht in diesem Jahr, an dem das Coronavirus nicht Grundlage für eine Diskussion ist. Im letzten halben Jahr habe ich vermutlich alle Standpunkte mindestens dreimal eruiert, argumentiert und wieder ad acta gelegt.

Kommt jetzt die zweite Welle? Sind die Maßnahmen zu streng? Sind sie nicht viel zu locker? Sollten wir es wie Schweden machen oder doch lieber wie Spanien oder Frankreich? Zumindest ausnahmslos sagt heute die große Masse, dass wir ganz froh sein können, es nicht wie Großbritannien oder die USA gemacht zu haben.

In Retroperspektive einen alternativen Weg als den falschen zu identifizieren, ist allerdings keine große Gabe, sondern mit Verlaub Klugscheißerei.

Für mich ist Führung nicht, in den Rückspiegel zu schauen und festzustellen, welche Fehler auf dem Weg liegen. Auch wenn dies Teil des Führungsprozesses ist, um gemachte Erfahrungen in zukünftige Entscheidungen einfließen zu lassen, sollte es nicht zum Schwerpunkt werden und somit den gesamten Prozess lähmen.

Getreu dem Motto: „Eine schlechte Entscheidung heute ist hundert Mal mehr wert als keine Entscheidung morgen“ entziehe ich mich daher diesen Diskussionen und verschwende keine Energie für das Debattieren einer Situation, die ich persönlich sowieso nicht verändern kann. Ich betrachte unser aller Situation in 2020 nicht länger als beklemmende Krise, sondern als Katalysator und Chance bisher Fehlerhaftes aufzudecken und Verbesserung anzutreiben. Gerade als Informatiker kann ich mich der Ironie nicht entziehen, dass ausgerechnet ein Virus die Digitalisierung mit derartiger Macht vorantreibt. Egal ob Online-Wohnungsbesichtigung, Telemedizin, Fahrzeugzulassung über das Internet, Home-Office oder Videokonferenzen anstelle von Dienstreisen. Seit langem kommt mal wieder ein Gefühl auf, dass wir doch im 21. Jahrhundert leben. Die digitalen Möglichkeiten werden endlich ausgenutzt anstatt von Bedenkenträgern klein diskutiert zu werden, um Wege durch und aus der Krise heraus zu finden und nachhaltige Lösungen zu schaffen.

Über diese Entwicklung freue ich mich persönlich sehr und bin froh in einem Unternehmen zu arbeiten, in dem ich die digitale Zukunft ein Stück weit mitgestalten kann."

Christian

Die Krise als Chance sehen

"Während der Corona-„Pandemie“ denke ich häufig an eine Präsentation zurück, die ich vor einigen Jahren im Rahmen meines Studiums gehalten habe. Wir behandelten das Krisenmodell von Erika Schuhhardt, das den transformativen Charakter von Krisenzuständen in den Fokus rückt und die grundlegende Botschaft vermittelt, die Krise als Chance zu begreifen.

Die aktuelle Situation birgt viele Herausforderungen mit sich, gibt für viele Betroffene Anlass für Wut und Trauer und deckt plakativ zahlreiche gesellschaftliche Schwachstellen und insbesondere auch soziale Ungerechtigkeit auf – keine Frage! Doch verbergen sich inmitten dieser ‚besonderen‘ Situation nicht auch viele Möglichkeiten? Die Chance, benachteiligte & systemrelevante Berufsgruppen endlich wirklich und nachhaltig gesellschaftlich aufzuwerten? Eine Chance, der Klimasituation neu zu begegnen, indem wir beispielsweise die digitale Kommunikation & Zusammenarbeit in Zukunft weiterhin vermehrt nutzen? Das gilt auch für die Politik, die gleichzeitig die Chance hat, ihre akute Handlungsfähigkeit auf die Probe zu stellen und Krisenresilienz zu trainieren.

Und dann ist da noch die Chance für jeden einzelnen, Wertschätzung für sich und andere neu aufleben zu lassen, Dankbarkeit zu praktizieren und - zu lernen, in vielerlei Hinsicht. In Bezug auf Letzteres erleben wir ja auch gerade einen wahnsinnigen Bedeutungszuwachs für digitale Lehr-Lernprozesse. Mir als Erwachsenenbildnerin & Content-Erstellerin für unser E-Learning-Angebot zeigt das einmal mehr die zunehmende Relevanz meines Berufsfeldes auf. Und lässt mich spüren, dass ich am richtigen Platz bin."

Sara

Die Krise ist positiv? Wenn sie positiv verstanden wird

Die aktuelle Lage verlangt derzeit vielen Menschen sehr viel ab. Dennoch gibt es gerade in schwierigen Zeiten wie diesen Chancen, die man nutzen sollte. Wenn ich an die Zeit vor Corona denke, denke ich an eine Vielzahl schöner Momente, die ich mit meinen Liebsten genießen konnte. Wie wäre es denn, wenn man irgendwann in seinem Leben an die jetzige Krise zurückdenkt und auch damit positive Gedanken und Erinnerungen verbindet? Ich empfehle fünf Dinge, die mich in der Krise motivieren, stärker und besser zu sein, als ich es vorher war:

  • 20 Minuten Workout vor der Arbeit,
  • schöne Spaziergänge in der Natur,
  • sich von der vorhandenen Zeit auch mal wirklich Zeit für sich nehmen,
  • Dinge lernen, die man schon immer mal lernen wollte
  • an die Zeit nach der Krise denken und schöne Sachen planen

Ich kann dir versprechen, dass es sich lohnt, die Dinge positiv zu sehen, auch wenn einem oft nicht danach ist. Im stressigen „Corona freien“ Alltag reden wir oft darüber, dass wir zu wenig Zeit haben. Nun ist sie da. Los geht’s!

Yann

Zurück zum Ursprung - Was ist wirklich wichtig?

Im Moment erlebe ich ganz stark, wie wir alle auf uns selbst zurück geworfen werden. Im Guten wie im Schlechten.

Alles läuft langsamer, irgendwie übersichtlicher. Vieles, was mich sonst erfüllt und in Beschlag nimmt, fällt aus. Ich fühle mich nicht mehr verpflichtet, die vielen Optionen auch auszuschöpfen, denn die Optionen sind weggefallen. Was übrig bleibt, ist gewissermaßen eine verdichtete Version meines Lebens: Meine Familie, meine (Heim-)Arbeit, meine vier Wände, der Sonnenschein.

Ich kann nun den Verlust betrauern. Oder die Situation als Chance begreifen. Ich konzentriere mich auf die Basics, sehe das Wunder in dem, was ich habe. Und – so blöd es klingt – genieße den einfacheren, langsameren Gang des Alltags. Es kommen auch wieder andere Tage.

Christina