Wer einen Fehler macht, fürchtet oft die Konsequenzen - Spott, Häme oder die Rüge des Vorgesetzten. Somit ist es nicht wunderlich, dass viele Fehler verschwiegen werden. Dabei sind sie etwas ganz Menschliches und passieren jedem von uns. Somit sollten wir vom Verschweigen zum aktiven Umgang mit Fehlern wechseln. In neuen Arbeitsmodellen, wie Design Thinking, wird sogar eine positive Fehlerkultur vorausgesetzt. Was Fehlertoleranz ist und wie wir sie lernen.

Fehlertoleranz erklärt:

Die Fähigkeit oder Eigenschaft, die eigenen oder die Fehler von Fremden zu akzeptieren und zu tolerieren. Fehlertoleranz ist somit auch eine Art Mindset, in dem wir Fehler nicht für den Worst-Case halten, sondern als Teil des täglichen Betriebs akzeptieren und in gewissen Teilen auch fördern. Somit reiht sich die Fehlertoleranz zu den Eigenschaften wie Nachsicht, Empathie, Geduld und sogar der Risikobereitschaft.

Gründe, warum wir Fehler nicht tolerieren

Unsere Ansichten und Eigenschaften bilden sich aus unserem eigenen Charakter, aber auch zu einem großen Teil durch unser Umfeld. Nicht umsonst bilden sich Kulturen, in denen sich Menschen der Gesellschaft anpassen. Somit macht unser Umfeld aus, wie hoch unsere Fehlertoleranz ist. In manchen Kulturen zum Beispiel gilt es als Scheitern, wenn eine Business-Idee misslingt. In anderen wird es als mutig betrachtet, sich selbstständig gemacht zu haben.  

Ein weiterer Grund unserer Intoleranz ist es, was bei uns selbst passiert, wenn ein Mitmensch einen Fehler macht. Denn durch das Missgeschick des anderen wird unser Selbstwertgefühl gesteigert, da uns dieser Fehler nicht passiert ist. Wir fühlen uns in diesem Moment "besser" als die andere Person. Verstärkt wird dies, wenn wir den anderen für seinen Fehler zusätzlich kritisieren.

Fehlertoleranz verbessern und steigern

Der Weg ist das Ziel. Dazu gehören Fehler, anhand denen der Prozess optimiert und verbessert wird. Denn in jedem Fehler liegt eine Erkenntnis und eine Chance. Und diese erkennen wir erst zu diesen. Somit ist es wichtig eine Kultur im Unternehmen zu etablieren, in der keine Angst vor Fehlern herrscht. Denn besteht eine zu große Angst vor den Konsequenzen, so investieren Mitarbeiter nicht mehr als sie müssen und gehen keine (manchmal notwendigen) Risiken ein. Damit wir selbst und andere die Fehlertoleranz vergrößern, können wir diese Punkte beachten:

> Die positiven Dinge sehen

Nichts ist komplett schwarz oder weiß. Somit liegt an jedem Fehler etwas Positives. Eine Erkenntnis? Eine Lektion? Eine Option, die vorher nicht bewusst war? Versuchen wir in jedem Fehler dieses Positive zu finden, verändert sich unser allgemeiner Blick auf diese.

> Die Arbeit anerkennen

Oftmals steht vor einem Fehler viel Arbeit, Energie und Schweiß. Diese Mühen werden in Anbetracht eines Fehlers schnell vergessen - doch sollten wir diese immer in Betracht ziehen. Nur weil etwas am Ende nicht geklappt hat, heißt es nicht, dass alles schlecht war.

> Das gute Beispiel für andere sein

Wie bereits vorher erwähnt, passen wir uns immer unserem Umfeld an. Also warum beeinflussen wir dieses denn nicht von uns aus? Möchten wir eine bessere Fehlertoleranz etablieren, so fangen wir am besten bei uns selbst an. Zeigen wir durch unseren eigenen Umgang mit eigenen und fremden Fehlern, wie wir es uns von anderen wünschen würden. Unterbewusst werden so die Kollegen und Vorgesetzten beeinflusst.

> Die Fehler akzeptieren

Bevor wir aus einem Fehler lernen können, müssen wir ihn als solchen akzeptieren. Wir gestehen uns selbst ein, diesen gemacht zu haben. Und für diesen fühlen wir uns auch nicht schlecht. Denn Fehler bedeuten nicht automatisch, dass unsere Fähigkeiten und unser Können nicht ausreichend oder wir ein schlechter Mensch sind. Wir selbst sollten das Mindset verinnerlichen, dass Fehler immer dazu gehören werden. Auf Dauer werden wir so lernen, Fehler zu akzeptieren.

> Aus Fehlern lernen

Ebenfalls schon erwähnt, liegt in jedem Fehler eine Chance. Mit dieser Erkenntnis können wir auch Fehler von der anderen Seite betrachten. Wir können uns nämlich über sie freuen - da wir eine Chance erhalten, etwas zu korrigieren, zu lernen und somit unsere Fähigkeiten zu verbessern. Somit ist unser Blickwinkel auf Fehler ein ganz anderer und wir empfinden sie nicht als strikt negativ.

Fehlertoleranz: eine Frage der Kultur und des Mindsets

Eine bessere Fehlertoleranz beginnt bei uns selbst. Wir selbst beginnen und leben die Veränderung, die wir uns für unser Umfeld wünschen.