Stur? Bin ich nicht.

Ich kann doch nichts dafür, wenn ich immer Recht habe.

Eben doch.

Wir selbst sind verantwortlich, wie unsere Mitmenschen uns sehen und wahrnehmen. Wir bestimmen das Bild, dass wir hinterlassen.

Veränderungen sind gut – auch an uns selbst

Jeder Mensch sieht die Welt durch eine andere Brille. Deshalb haben wir auch ein Selbstbild und ein Fremdbild über unsere eigene Person (Darauf sind wir bereits in einem anderen Artikel eingegangen).

Unser Selbstbild können wir eigenständig verändern. Das Fremdbild hingegen befindet sich in dem Kopf unserer Mitmenschen. Es unterliegt vielen Faktoren, wie der Beziehung zu der Person, oder den Erwartungen und Anforderungen, die diese Person an uns richtet. Auch die generelle oder situationsbedingte Motivationen und Interessenlage, sowie die Beeinflussung des Umfelds zählt zu den schier endlosen Faktoren.

Zum Beispiel wird Jemand aus unserem Freundeskreis ein gutes Bild über uns haben, wenn wir ordentlich sind und immer aufräumen. Unserem Chef wird dies aber nicht interessieren, um uns als einen guten Mitarbeiter zu identifizieren. Dafür wird er andere Faktoren benutzen.

Diesen verschiedenen Anforderungen ist es nicht immer leicht, auch gerecht zu werden. Besonders, wenn wir sie nicht kennen und auch besonders dann, wenn sich das Fremdbild stark von unserem eigenem Selbstbild unterscheidet.

Es entstehen Missverständnisse, die eine Beziehung oder eine Zusammenarbeit belasten können.

Glückes-Schmied? Das bist du selbst

Doch das Fremdbild entsteht in dem Kopf der Anderen und ist somit außerhalb einer direkten Beeinflussbarkeit.

Liegt es also an den Anderen, dieses zu verändern?

Nein. So leicht können und sollten wir die Verantwortung nicht abgeben.  Denn wir können sehr wohl Einfluss darauf nehmen, wie andere Menschen uns sehen.

Zu einem ist da unser Selbstbild. Denn bevor wir das Fremdbild verändern können, müssen wir uns sichergehen, ob unser Selbstbild auch das Bild ist, was andere sehen sollen.

Wir sollten uns selbst immer wieder fragen: Stimmt das so, wie ich mich sehe? Habe ich mich in letzter Zeit verändert? Neue Blickwinkel dazu gewonnen? Wie kann mein Verhalten auch verstanden, gedeutet werden? Dadurch, dass wir uns selbst hinterfragen, entsteht ein noch klareres Bild. Dies ist ein wichtiger Teil der Selbstfindung und der Persönlichkeitsentwicklung.

Genauso steigern wir dadurch unser Selbstwertgefühl. Denn wir erkennen nicht nur, was uns nicht gefällt, sondern auch was wir an uns mögen. Und jeder Mensch verfügt über Eigenschaften, die gut sind. Haben wir für diese schon ein Bewusstsein entwickelt? Damit diese Eigenschaften klar transportiert und sichtbar sein kann? Es muss nur danach gesucht werden. Denn wer suchet, der findet mehr Selbstbewusstsein.

Wenn wir unser Verhalten und unsere Wirkung selbst einer Analyse unterziehen: Frage nach, ob sich deine Selbsteinschätzung mit der Fremdwahrnehmung deckt. Ein großes Potential zur Selbstanalyse bieten Konfliktfelder. Hier werden Potentiale und Chancen transparent und sichtbar.

Haben wir ein Konflikt mit einer Person, sollten wir kurz innehalten und uns fragen: Was lief schief?

Finde ich die Rolle gut, in der ich mich befinde? Oder haben meine Emotionen mich zu sehr beeinflusst? Respektiere ich die Meinung des Anderen?

Denn nicht immer haben wir Recht. Und auf Rechthaben zu pochen, macht uns stur. Wenn wir uns davon lösen, wird die Konfliktlösung leichter. Denn nicht immer haben wir Recht. Leider. Oder zum Glück, das wäre doch auch langweilig.

Unsere innere Haltung wächst mit. Was wir über uns denken, welche Attribute wir uns zuschreiben, strahlen wir nach außen.

Aktiv unser Fremdbild bei anderen durch Feedbackgespräche verändern.

Einfach mal Dinge … weglassen

An unserer inneren Haltung arbeiten wir über Selbstreflexion. Es kann das Gefühl entstehen, dass wir etwas brauchen.

Einfach mal was weglassen:

-          Vor sich und anderen gut dastehen wollen

-          Den Zwang, immer die „eigene“ Rolle zu spielen

-          Recht haben wollen, mit dem was wir sagen, tun oder glauben

-          Unbedingt als Sieger „vom Platz“ gehen zu müssen

Dadurch entsteht ein Raum für neue Handlungsalternativen. Wir selbst können diesen mit Verhalten und Vorgehen füllen, die unser neues Selbstbild wirklich reflektiert.

Denn nur wenn wir unser Selbstbild kennen, können wir es offen in die Welt tragen. Nur dann können unsere Mitmenschen uns auch so sehen, wie wir gesehen werden wollen. Wir selbst, sind dafür verantwortlich.

Wie wir für Chancen sorgen, dass unser Umfeld uns anders sieht, erklären wir in diesem Artikel.