Unterschiedliche Charaktere wirken sich unterschiedlich aus. So auch der persönliche Führungsstil.

Je nach Ausprägung erzielen sie verschiedene Ergebnisse und haben Vor- und Nachteile.

Aspekte, die sich in der Führung bei einem Mitarbeiter motivierend, klärend wirken und sich förderlich auswirken, können bei einem anderen Mitarbeiter lähmend, blockierend wirken und sogar Widerstände hervorrufen.

Die logische Konsequenz – um effizient zu führen – ist, den Führungseinsatz von vornherein den Menschen und der Situation anzupassen.

Die Merkmale der einzelnen Führungsstile

Führung kennt verschiedene Ausprägungen im Umgang mit Entscheidungen, Anweisungen oder Delegation. Je nachdem, wie stark Mitarbeiter in Entscheidungsprozessen einbezogen werden wird zwischen autoritären und kooperativen Führungsstilen unterschieden.

Dabei kristallisieren sich drei Führungsstile heraus: der autoritäre, der partnerschaftlich-zielorientierte und der Laissez-faire Führungsstil.

Konkret kann es den Unterschied machen, ob die Führungskraft ihre Entscheidungen nur mitteilt, oder nur Grenzen aufzeigt, indem Mitarbeiter sie treffen können.

Jeder Typ der Führung hat verschiedene Vor- und Nachteile. Diese betreffen vor Allem den Führungsaufwand, den Einfluss auf die Mitarbeiter und die Arbeitsproduktivität. Die Vorzüge und Schwächen können so aussehen:

Der autoritäre Führungsstil

+ geringer Aufwand

- Mitarbeiter übernehmen keine Verantwortung

- Kreativität und Korrektur sind nicht vorhanden

- Die Umsetzung der angeordneten Maßnahmen erfolgt

Der partnerschaftlich zielorientierte Führungsstil

+ hohe Mitarbeitermotivation

- hoher Aufwand

- Gefahr der Überforderung

- Gefahr der Rückdelegation

- Gefahr der Delegations-Rücknahme

Laissez-faire

+ Geringer Aufwand

- reduzierte Produktivität

- Leistung abhängig von Gefühlslage

Wird ein Stil als der feste, regelmäßige angewendet, so fällt auf, dass der einseitige Führungsstil nicht immer am besten ist. Je nach Situation ist ein anderer Stil passender oder effektiver. Drängt zum Beispiel die Zeit, so müssen schnelle Entscheidungen von der Führungskraft getroffen werden. In anderen Fällen ist es besonders wichtig, dass die Mitarbeiter am Entscheidungsprozess beteiligt werden.

Ein Ansatz, der dies berücksichtigt, ist die Situative Führung.

Situative Führung

Situative Ansätze versuchen, den optimalen Führungsstil zu identifizieren, der in einer bestimmten Situation und unter spezifischen Bedingungen den größtmöglichen Führungserfolg sichert.

Je nach Kontext und Reifegrad variiert der Umgang mit den Mitarbeitern und die Übertragung verschiedener Aufgaben.

Dieser Ansatz geht davon aus, dass unterschiedliche Situationen unterschiedliche Arten von Führung erfordern. Es gibt damit weder gute noch schlechte Führungsstile, sondern nur Führungskräfte, deren Stil in den jeweiligen Situationen effizient sind.

Die Entscheidung situativ zu führen verlangt mehr ab und ist insbesondere im agilen Umfeld unerlässlich. Worauf zu achten ist:

  • Wann welcher Stil benötigt wird, entscheidet der Reifegrad des Mitarbeiters. Je nach psychologischer und sachlicher Reife ist eine andere Führung gefragt.
  • Dieser Reifegrad bleibt nicht immer konstant. Mitarbeiter entwickeln sich weiter und verändern sich. Es ist notwendig, immer wieder neu einzuschätzen wie der Grad in diesem Moment ist.
  • Die verschiedenen Führungsstile anwenden können. Wenn die Situation einen bestimmten Stil benötigt, so sollte die Führungskraft schnell agieren. Eine unsichere Führung hat dann ungefähr den gleichen Effekt, wie ein falsch angewandter Stil.

Transformationale Führung

Bei diesem Ansatz wird vermehrt auf die Beziehung zwischen Führungskraft und den Mitarbeitern der Fokus gelegt. Die Führungskraft erwirbt sich Vertrauen, Respekt und Loyalität, indem jeder Mitarbeiter entsprechend seines Reifegrades individuell geführt wird. Dass ergibt, dass gleichermaßen inspiriert und motiviert sind. Und das führt zu überdurchschnittlichen Leistungen.

Jedoch erfordert es hohes Engagement der Führungskraft und langfristige Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern. Nicht jeder Mitarbeiter erkennt seine Führungskraft als Vorbild an oder hat von Grund auf eine unternehmerische Haltung.

Hierbei ist darauf zu achten:

  • Die Führungskraft sollte die Veränderungen, auf die sie abzielt, kennen und diese verständlich und überzeugend vermitteln können.
  • Die Mitarbeiter werden nicht durch die ausstehende „Belohnung“ oder „Bestrafung“ zu Leistung motiviert. Vielmehr ist es die Führungskraft als Vorbild, deren Verhalten die Mitarbeiter beeinflusst.
  • Nicht nur die Beziehung zwischen den Mitarbeitern und der Führungskraft sollte vertraut und offen sein. Das ganze Team sollte eine konstruktive und positive Feedback-Kultur anstreben.  

Den eigenen Führungsstil finden

Besonders unterstützt dieser Ansatz auch das agile Management. Denn in diesem ist hohe Eigenverantwortung jedes Mitarbeiters gefragt. Diese kann am besten und ohne Zwang durch einen vertrauensvollen und wertschätzenden Umgang gefördert werden. Auch positiv für ein agiles Umfeld bei der transformationalen Führung ist, dass das Vertrauen zu den Mitarbeitern der Führungskraft hilft, loszulassen. Dadurch können wir uns bedenkenlos auf die eigenen Tasks und Aufgaben konzentrieren.

Möchten wir in die transformationale Führung kommen, so betrachten wir unseren momentanen Standpunkt.

Welchen Führungsstil habe ich bisher eingenommen? Hat dieser immer den gewünschten Effekt gebracht?

Wie arbeiten meine Mitarbeiter? Welchen Führungsstil braucht jeder Einzelne?

Ebenso können wir den Stil unseres Vorgesetzten betrachten und festhalten, was positiv und was negativ war.

Kennen wir den Status Quo, betrachten wir als nächstes, wo es hingehen soll. Welche Ziele möchten wir erreichen? Welchen Führungsstil benötige ich dafür, welchen mein Team? Was wäre anders, wenn ich den meinen Führungsstil anwende?

Führung authentisch und ehrlich

Jeder Mensch ist unterschiedlich. Genauso wie sein Stil der Führung. Damit Mitarbeiter motiviert und verantwortungsbewusst an den Zielen arbeiten bedarf es, sie über den vertrauensvollen Umgang abzuholen.

Wie das geht, könnt ihr hier lesen.

Aber vor allem gilt: Bewegung ist Evolution – bleiben wir authentisch.

Was passiert, wenn wir uns dabei selbst im Weg stehen, könnt ihr hier lesen.