Erinnerst du dich, wie es war, wenn du als Kind so in dein Spiel vertieft warst, dass die Zeit einfach nur so verflogen ist? Hunger, Durst, Müdigkeit - Egal! Du warst so sehr damit beschäftigt, in deinem Tun aufzugehen, dass alles um dich herum nicht mehr wichtig war. Und dabei warst du so richtig glücklich.

Vielleicht glaubst du, dass man als Erwachsener diese Leidenschaft automatisch verliert. Tatsache ist jedoch, dass man kein Kind sein muss, um mit seiner momentanen Tätigkeit voll zu verschmelzen. Das sogenannte Flow-Erleben ist für uns alle erreichbar – und macht uns zufriedener, leistungsfähiger und erfolgreicher. Wie kannst du diesen Flow-Zustand erreichen?

Was ist Flow?

Flow heißt wörtlich übersetzt so viel wie fließen oder strömen. Csikszentmihalyi, ein ungarischer Psychologe, hat diesem Phänomen den Namen Flow gegeben und meint damit ein Entrücktsein vom Tagesgeschehen, ein Aufgehen in der momentanen Tätigkeit, den Zustand eines beglückenden Unendlichkeitsgefühls. Kurz: In Kontakt zu sein mit sich selbst und der Welt. Einfach Lust haben auf das, was man gerade tut. Eine Mischung aus völliger Konzentration und Glücklichsein. Und das ist nicht nur etwas für Künstler in ihrer kreativen Schaffensarbeit oder Sportler, sondern gelingt uns allen. Bei gestalterischen, vielfältigen Projekten – aber eben auch in kleinen alltäglichen Tätigkeiten, wie etwa einen Aufsatz zu schreiben, Unkraut zu jäten oder scheinbar Langweiligem wie der Buchhaltung. Ein für uns alle erstrebenswerter Zustand – hast du das schonmal erlebt?

Get into the flow

Dass sich Flow positiv auf unsere Leistungsfähigkeit auswirkt, ist klar. Wir sind hochproduktiv, intrinsisch motiviert und empfinden unser Tun nicht als „Arbeit, die gemacht werden muss.“ Tatsächlich ist die Flow-Forschung noch relativ jung und wird eher selten in professionellen Trainings eingesetzt. Denn den Flow selbst kann man nicht erzwingen, dafür aber an den Bedingungen schrauben, in denen Flow entsteht. Wirf einen Blick auf folgende Punkte und werde aktiv, um leichter in den Flow zu kommen:

  • (Ziel-)Klarheit: Deine Aktivität sollte ein klares Ziel haben. Hast du ein klares Bild vom Ergebnis im Kopf? Was musst du dafür tun, um dieses Ziel zu erreichen? Für wen tust du das? Welcher Outcome entsteht – und was soll mit diesem Outcome dann geschehen? Was ist zu beachten, um das Ziel zu erreichen, welche Entscheidungsträger sind beteiligt? Je mehr Klarheit, desto mehr Fokus, desto leichter das Erreichen des Flow-Zustands.
  • Sofortiges Feedback: Hilfreich ist es, wenn du in deiner Tätigkeit eine sofortige Rückmeldung über das Ergebnis bekommst. Ein Künstler sieht zum Beispiel sofort, wie sein Bild wächst und wächst – und sobald etwas nicht gut aussieht. Vielleicht kennst du das Gefühl auch vom Kochen: Du bereitest etwas zu, gibst dir Mühe und am Ende steht ein leckeres Essen vor dir. Was für ein Zufriedenheitsgefühl. 😊Bei weniger handwerklichen Aufgaben bedeutet das für dich: Visualisiere, was du gerade tust und führe dir vor Augen, was du schon erreicht hast. Bei abstrakten oder umfangreichen Tätigkeiten kannst du beispielsweise eine Übersicht aufzeichnen und die Bestandteile, die am Ende das große Ganze ergeben. So hast du im Blick, wo deine Reise hingehen soll. Und dann einen richtig großen Haken dahinter setzen – so siehst du genau, was du schon geschafft hast.
  • Herausforderung: Überprüfe deine Aufgaben: nicht zu leicht, aber auch nicht zu schwer. Wer ist schon gerne über- oder unterfordert? Sorge dafür, dass deine Aufgaben genau zu deinen Fähigkeiten passen. Auch wenn du nicht völlig frei wählen kannst, welche Aufgaben du übernimmst, hast du in einem bestimmten Rahmen Handlungsspielraum. Beobachtest du bei dir selbst, dass du gelangweilt bist? Fordere aktiv neue Aufgaben ein. Bist du überfordert? Teile sie in handhabbare Abschnitte, hole dir Unterstützung oder delegiere Aufgaben, um mehr Zeit für die wirklich wichtigen zu haben. Mache dir bewusst, welche Aufgaben dir wirklich Spaß machen.
  • Fokus: Für ein Flow-Erlebnis hilft dir ein Arbeitsplatz, an dem möglichst wenige Ablenkungen sind, wo du dich optimal konzentrieren kannst, alles überschaubar ist und niemand plötzlich hereinplatzen könnte. Gleichzeitig kannst du für deine Wohlfühlkomponente am Arbeitsplatz sorgen – vom Massagesessel bis zur einfachen Flasche Wasser am Schreibtisch sind deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt. Deine Umgebung sollte angenehm dezent unterstützend sein.
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Obwohl Flow nicht erzwingbar ist, sorgen die optimalen Bedingungen dafür, dass du diesen Zustand immer öfter erreichst. Er kann sogar zu einem stabilen Persönlichkeitsmerkmal werden! Überlasse es also nicht dem Zufall und werde aktiv. Was außerdem hilft: deine eigenen Stärken zu kennen. Das steht in direktem positiven Zusammenhang mit subjektivem Wohlbefinden, Lebensenergie, hilft gegen Ängste und Depressionen und in den Flow zu kommen. Finde mit ondojo heraus, was du wirklich gut kannst und wo noch Luft nach oben ist.

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Blickhan, D. & Eid, M. (2018). Positive Psychologie: Ein Handbuch für die Praxis (1. Aufl.). Junfermannsche Verlagsbuchhandlung.

Rudolph, M. (2021, 13. Januar). Im Flow sein: Wie du zu produktiver und kreativer Höchstform aufläufst. Zeit zu leben. https://zeitzuleben.de/im-flow-sein/