Bis zu 100.000 Entscheidungen trifft der Mensch an einem Tag. Die meisten davon intuitiv und zügig.

Manche Entscheidungen, brauchen jedoch länger. Wir zögern... es fällt uns schwer.

Dann stehen wir im Konflikt. Mit uns selbst.

Konflikt Definition.: durch das Aufeinanderprallen widerstreitender Auffassungen, Interessen o.Ä. entstandene, schwierige Situation, die zum Zerwürfnis führen kann.

Nicht nur in unserem normalen Alltag kommen Konflikte immer wieder auf. Auch in unserem Inneren können wir, mit uns selbst, in Konflikt geraten.

Dieser kann bei jeder Entscheidung, die wir treffen mit einhergehen. Wollen wir z.B. am Freitag früher das Büro verlassen, oder doch noch die eine Aufgabe erledigen?

Sollen wir wirklich das Schnitzel mit Pommes essen, oder wollen wir unsere Diät durchhalten?

Diese Konflikte entstehen, wenn wir direkt oder indirekt unser eigenes Wertesystem in Frage stellen. Wenn zwei Werte durch eine Entscheidung gegenübergestellt werden, dann müssen wir uns entscheiden, welchem Wert wir mehr Gewicht geben, welcher höher gestellt ist für uns.

Nicht nur durch uns selbst, sondern auch durch äußere Einflüsse, kann ein innerer Konflikt entstehen. Sehen wir, dass ein Kollege noch ganz fleißig arbeitet, während wir in Feierabend gehen wollen, kann dies eine innere Diskussion in uns auslösen. Sollte ich auch noch bleiben? Warum arbeiten ich nicht länger? Sollte ich ihm helfen?

Gegenstand des Konfliktes in uns, kann dabei immer ein anderer sein, und von verschiedensten Ebenen herrühren. Findet er z.B. auf der Beziehungsebene oder auf der Sachebene statt?

Die Lupe über uns selbst halten

So weit so gut. Wie erkennen wir jetzt jedoch ob wir uns im inneren Konflikt befinden?

Ein Indiz hierfür ist, wenn sich etwas nicht richtig, irgendwie nicht stimmig anfühlt, wir uns nicht klar entscheiden können und ins Zögern geraten.

Vor allem erkennen wir sie daran, wenn wir uns kraftlos fühlen. Denn die Unentschlossenheit in uns selbst raubt uns Energie. Wir hinterfragen und beschäftigen uns auf längere Zeit mit einer Entscheidung, wobei wir viel über diese nachdenken.

Weitere Indizien sind auch Entscheidungen, deren Konsequenzen wir uns nicht bewusst waren. Lernen wir sie kennen, stellen wir die vorherige Entscheidung wieder in Frage. Ein Konflikt entsteht. Ähnlich kann es ablaufen, wenn wir Sachen versprechen, die wir nicht einhalten können.

Die Erkenntnis, dass wir in einem Konflikt sind, ist ein elementarer Teil, um diese zu lösen.

Erkennen wir diese nicht und gehen demnach nicht damit um, wirkt sich das auf unser Umfeld aus. Neben der Erschöpfung beeinflussen unsere inneren Konflikte auch unsere Signalwirkung. Wir zeigen den Konflikt nach außen und projizieren ihn auf andere, nicht betroffene Dinge und Personen. Auch, wenn wir das nicht wollen.

Den (richtigen) Weg einschlagen

Möchten wir diese Auswirkung nach außen vermeiden, sowie in uns selbst wieder eine Ausgeglichenheit schaffen, so sollten wir unsere inneren Konflikte lösen. Dabei helfen diese drei Schritte:

1.       Erkennung

Die Erkennung unserer Konflikte ist der erste Schritt. Wie bereits erwähnt, sollten wir hellhörig werden, wenn wir mit einer Entscheidung hadern. An diesem Punkt ist es wichtig, die Gründe für das Zögern zu kennen. Warum können wir uns nicht entscheiden? Die zentralen Faktoren des Konflikts zu identifizieren, bringt eine Klarheit, die zur Lösung benötigt werden.

Wir möchten nach Hause gehen, weil wir den Wert „Freizeit nehmen“ für wichtig erachten. Jedoch wollen wir unser Team nicht hängen lassen, weil wir den „sozialen Zusammenhalt“ ebenso als wichtigen Wert sehen.

2.       Annahme des Konfliktes

Wir haben erkannt, dass wir einen Konflikt im inneren haben, und warum wir diesen haben. In nächsten Schritt nehmen wir diesen Konflikt bewusst an. Wir akzeptieren diesen und seine Gründe. Denn es ist völlig in Ordnung, mit sich selbst immer wieder mal zu hadern. Wir brauchen sogar Konflikte, um unser Wertesystem immer wieder zu hinterfragen und anzupassen.

Der Konflikt unserer beiden Werten ist uns bewusst, und wir akzeptieren, dass uns beide Werte wichtig sind, aber wir aktiv eine Entscheidung treffen müssen.

3.       Entscheidung treffen / Prioritäten festlegen

Im nächsten Schritt wenden wir uns an die Entscheidung, die der Konflikt beinhält. Wir entscheiden sie nun. Dies tun wir, indem wir unsere Werte priorisieren. Welcher ist uns wichtiger? Demnach wählen wir eine der Optionen. Der Vorteil von einer Priorisierung ist, dass wir sie festgesetzt haben. Zukünftig werden um diesen Wert weniger Konflikte entstehen.

Du hast die Wahl.

Die Augen offenhalten

Konflikte können uns lähmen, können uns jedoch auch helfen unser Wertesystem zu hinterfragen.

Wir sollten ihnen nur mit offenen Armen und Augen begegnen.

Aber wie verhalten wir uns eigentlich während Konflikten? Reagieren wir nach einem bestimmten Muster? Und was bedeutet das, für die Lösung des Konfliktes?

Dies könnt ihr im nächsten Artikel zu Konfliktmanagement lesen.