Jeden Tag werden wir manipuliert. Das kann schon losgehen, wenn du morgens dein Smartphone nimmst und in Social Media unterwegs bist. Influencer und Unternehmen wissen ganz genau, wie sie uns dazu bringen, ihre Produkte zu kaufen. Viele Menschen sind sich zwar sicher, dass sie stets rationale Kaufentscheidungen treffen – das ist aber nicht unbedingt die Wahrheit. Methoden wie Greenwashing oder den Käufer emotional an Markennamen zu binden sorgen dafür, dass wir bewusst und unbewusst in eine bestimmte Richtung gedrängt werden. Auch analog im Supermarkt und natürlich in der täglichen Kommunikation mit Kollegen, Chefs, der Familie oder Freunden werden wir beeinflusst. Doch wie kannst du Manipulation gezielt als solche erkennen?

Manipulation: Gut oder schlecht?

Das Wort „Manipulation“ ist sehr negativ behaftet und wird in der Psychologie beispielsweise folgendermaßen definiert: „Gezielte Einflussnahme auf Menschen, ohne deren Wissen und häufig gegen deren Willen […] mit dem Ziel, ihn kontrolliert für eigene Zwecke zu benutzen. Dabei bleibt der Anschein von Entscheidungsfreiheit erhalten.“ So weit der negative Ansatz, prinzipiell kann Manipulation aber auch positiv eingesetzt werden – unter bestimmten Voraussetzungen: Nimmt man „ohne deren Wissen“ und „gegen deren Willen“ aus dem Satz heraus, dann bleibt noch die gezielte Einflussnahme, aber eben im partnerschaftlichen Sinne. Je nach Absicht deines Gegenübers, ist Manipulation eine positive Beeinflussung, die euch beide voranbringt. Beispielsweise könnte dein Vorgesetzter dich motivieren wollen und nutzt bewusst positive Ausdrücke und lobt dich, um deinen Optimismus und dein Selbstwirksamkeitsgefühl zu erhöhen – wovon ihr beide profitiert.

Mögliche Fragen, um zu erkennen, ob du mit schlechten Absichten beeinflusst wirst:

  • Fühlst du dich ernstgenommen, in deinen Bedürfnissen gehört und respektiert– zum Beispiel weil dein Gegenüber regelmäßig erfragt: „Was denkst du darüber?“ oder „Wo siehst du die Vorteile?“
  • Fühlst du dich unter Druck gesetzt oder eingeschüchtert?
  • Sollst du einem Kollegen, einem Freund, … einen Gefallen tun, weil du ihm „etwas schuldig bist“?
  • Ist das Gespräch geprägt von vielen Komplimenten – fühlst du dich um den Finger gewickelt?
  • Arbeitet ihr auf ein gemeinsames Ziel hin – oder ist es offensichtlich, dass dein Gegenüber nur eigene Ziele verfolgt?
  • Spielt dein Gesprächspartner mit deinen Emotionen, schürt beispielsweise Ängste oder jammert?

Das Wichtigste: Was sagt dein Bauchgefühl / deine Intution – was sind die Absichten des anderen?

Mit dieser Checkliste setzt du den Grundstein dafür, Manipulation frühzeitig zu erkennen. Denn zur Manipulation gehören immer zwei - du entscheidest selbst: Lässt du dich darauf ein oder nicht? Du hast die Wahl. Du möchtest dich nicht negativ beeinflussen zu lassen – aber wie? ondojo zeigt dir in der Session „Manipulieren – aber richtig!“ Techniken, wie du auf Manipulatoren reagierst – und wie du selbst andere Personen positiv beeinflussen kannst, um für alle Beteiligten eine zielführende Kommunikation zu erreichen.


[1] Spektrum Akademischer Verlag. (2000). Manipulation. Lexikon der Psychologie. https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/manipulation/9152