Unbewusst oder bewusst: Wir treffen fast jeden Moment unseres Lebens Entscheidungen. Manchmal ganz schnell, manchmal zeitverzögert.

Manchmal leichtere und manchmal schwierige. Besonders im zweiten Fall benötigen wir oft etwas mehr Zeit, um uns die Entscheidung zu überlegen.

Meistens basiert die Zeitverzögerung nicht im Einholen weiterer Fakten oder Kriterien zur Entscheidungsfindung, sondern darauf, ein Risiko einzugehen oder uns selbst ‚so weit zu bringen‘. Wir hätten die Entscheidung also auch in drei Minuten treffen können.

Damit wir für Entscheidungen, die sich schwierig und risikoreich anfühlen nicht mehr so viel Zeit opfern müssen, gibt es verschiedene Methoden, Entscheidungen strukturiert zu treffen.

3 Methoden, um besser Entscheidungen zu treffen

Manche von uns werden es kennen: Steht eine schwierige Entscheidung bevor, sind wir oft unentschlossen. Wir fertigen Pro/Contra-Listen an und sind dennoch am Zögern.

Bei einigen Entscheidungen sind viele Faktoren und Gegebenheiten gleichzeitig betroffen. Nicht immer haben wir alle auf dem Schirm.

Umso wichtiger wird es, sich eine Übersicht zu schaffen. Diese drei Methoden helfen uns, alle Einflussfaktoren für die Entscheidung auf einen Blick zu sehen und somit die Entscheidung zu treffen.

Consider all Facts – CAF

Bei dieser Methode ist das Ziel, möglichst alle Randbedingungen einer Entscheidungssituation zu erfassen. Somit können diese in die Entscheidung mit einfließen.

1.Alle Faktoren auflisten, die mit dem Problem, der Fragestellung oder mit der Entscheidungssituation zu tun haben.

Beispiel Autokauf: Kosten, gebraucht oder neu, Marke, Farbe, Verbrauch, PS, Größe des Wagens, wie wird er meinem Partner gefallen? Sicherheit, Extras, Einsatzgebiet, …

2.Prioritäten setzen

Liste sortieren: wichtigste Einflussfaktoren nach oben, weniger wichtige weiter unten.

3.Ergebnis der CAF wie eine Checkliste nutzen:

Liste bei der Entscheidung zur Hand nehmen und die verschiedenen Alternativen anhand der einzelnen Punkte prüfen.

Consider all Facts Methode (CAF) Beispiel

Methode Plus Minus Interesting

Ziel: Abwägen aller positiven und negativen Folgen einer Entscheidung, um die möglichen Alternativen besser einschätzen zu können.

Dabei werden alle Einflussfaktoren und Aspekte der Entscheidung bewertet nach positiv (plus), negativ (minus) und interessant (interesting).

  • Aspekte, die sowohl positiv als auch negativ zu bewerten sind, sollten in beiden Tabellen aufgeführt werden.
  • Für Aspekte, die weder positiv noch negativ sind, bei denen die Auswirkungen noch nicht einzuschätzen sind, sowie für offene Fragen gibt es eine weitere Kategorie mit der Bezeichnung „interessant“. Hier gibt es meist noch Informationsbedarf.
  • Die PMI-Methode gibt klare Antworten.
  • Tipp: Vorher ein CAF durchführen, um möglichst viele Einflussfaktoren der jeweiligen Entscheidung zu kennen
Plus Minus Interesting Methode Beispiele

Szenario-Analyse

Ein Szenario ist die Beschreibung der zukünftigen Strategieentwicklung des Projektionsgegenstandes bei alternativen Rahmenbedingungen.

Ziel:

  • Verschiedene Szenarien entwerfen
  • langfristiger Planungs- bzw. Projektionshorizont; Prognosezeitraum erstreckt sich über die nächsten 5 bis 10 Jahre

Die Szenario-Analyse besteht aus vier verschiedenen Phasen:

1.Analyse

Abgrenzung des Untersuchungsgegenstands (z.B. Unternehmung, Geschäftsbereich, Technologie) und Entscheidungen über die Identifikation und Strukturierung relevanter Umweltsegmente dieses Gegenstands (z.B. gesamtwirtschaftliche, politische, technologische Umwelt).

2.Projektion

  • Messgrößen zur Beschreibung der Umwelt festlegen, z.B. das Wachstum des Bruttoinlandproduktes, sowie die Trends für diese Indikatoren ermitteln, beispielsweise die Hochrechnung der Arbeitslosenzahl.
  • Wirkung hypothetischer Störereignisse / Hindernisse mit einbeziehen.

3.Entwicklungsoptionen

Aus Trends und den möglichen Störereignissen verschiedene Szenarien als Entwicklungsoptionen erstellen.

4.Auswertung

  • Konsequenzen der ermittelten Szenarien auf den Untersuchungsgegenstand analysieren.
  • Vergleich der entwickelten Szenarien mit dem Kompetenzprofil des Unternehmens.

>Entscheidung für einen Entwicklungspfad.

>Maßnahmen zur Überwindung identifizierter Defizite konzipieren.

Alle Faktoren betrachten für die Entscheidung

Haben wir alle wichtigen Informationen und Faktoren gegenübergestellt, so haben wir eine Übersicht. Dann beginnt das Priorisieren. Welche Argumente / Fakten sind wichtiger, haben die größeren Konsequenzen?

Somit können wir sehen, welche Entscheidung welches Ausmaß hat.

Eine getroffene Entscheidung fördert die Dynamik. Damit unsere Entscheidungen auch den Flow fördern, empfiehlt es sich neben unseren Erfahrungswerten und allen Fakten, sowie den möglichen Konsequenzen auch unseren persönlichen, aktuellen Standort einzubeziehen. Das eigene Bauchgefühl. Wenn sich etwas unlogisch und trotzdem richtig anfühlt, denn werden wir hierfür auch eine logische und plausible Erklärung zur Umsetzung ableiten. Nutzen wir also die Methoden auch, um uns neue Erfahrungen im (fast) gesicherten Raum zu erlauben.