Ich stehe hier und kann nicht anders… Da sind wir aber anderer Meinung. Egal ob neuer Job, altes Team, eine Party, auf der du niemanden kennst, oder der Chor, in dem du schon seit 20 Jahren singst. Jede dieser Situationen bildet ein soziales Gefüge, in dem du einen Platz einnimmst. Und ganz im Gegensatz zum Eingangsstatement wird dir dieser Platz keinesfalls automatisch und zwangsläufig zugewiesen. Durch das, was du tust, nimmst du diesen Platz ein. Und auch durch das, was du nicht tust, oder die angebotene Rolle, die du übernimmst! Du positionierst dich, bewusst oder unbewusst, durch jede deiner Handlungen.

Und wir sind der Meinung: Wenn wir uns alle ohnehin die ganze Zeit in irgendeiner Weise positionieren, dann können wir das auch gleich bewusst und aktiv machen, damit wir die Richtung steuern können, in die es gehen soll.

Positionierung – Was bedeutet das genau?

Aktive Positionierung beschreibt das Verhalten einer Person innerhalb einer Gruppe, mit dem Ziel, eine bestimmte Position im Beziehungsgeflecht der Gruppe zu erreichen oder zu erhalten. Im beruflichen Kontext heißt das, im Team aktiv einen Platz einzunehmen, an dem du deine Stärken voll ausspielen und damit die Ziele des Teams und des Unternehmens bestmöglich unterstützen kannst. Und obendrein durch deine Rolle im Team zu dessen Handlungs- und Funktions- und damit Performance-Fähigkeit beizutragen.

Indem du dir Gedanken über deine soziale Position machst, kannst du dir zum Beispiel einfach mal anschauen, wo du im Team stehst; betrachten, welche Signale du nach außen sendest; analysieren, wie du von außen wahrgenommen wirst; aber auch proaktiv an deiner Positionierung arbeiten und deinen Impact und Benefit erhöhen.  

Dein Benefit: Du kannst deine Fähigkeiten voll ausschöpfen, mit Spaß deine Aufgaben bewältigen und gleichzeitig als kompetent und motiviert wahrgenommen werden – für deinen Erfolg. Möchtest du das? Dann sind folgende Tipps zu Positionierung genau das Richtige für dich.

1. Mach dir bewusst, wie dein Handeln nach außen wirkt

Ganz am Anfang steht die Entscheidung: Should I stay or should I go. Ist es okay, wie es ist, oder willst du etwas anderes? Dafür mach dir bewusst, welche (Aus-)Wirkungen das, was du tust, auf andere hat – und damit auf deine soziale Position.

  • Woran erkennst du deine Wirkung auf andere? Zum Beispiel an der Reaktion des Kollegen auf deine Präsentation? Daran, wie die Chefin dich dem Kunden gegenüber vorstellt? Feedback zu deiner Arbeit? Die Art der Anliegen, mit denen deine Kollegen an dich herantreten? …
  • Ein Blick in die Vergangenheit kann sich lohnen: Welche Rollen hast du in vergangenen Projekten, Meetings, Arbeitsumfeldern und Teams eingenommen? Bist du zum Beispiel eher jemand, der gerne Verantwortung übernimmt, proaktiv „Hier“ ruft, wenn eine Aufgabe zu vergeben ist, oder eher zurückhaltend bleibt?
  • Tipp: Stell dir zwei Personen aus deinem Umfeld vor. Wie würden die beiden dich beschreiben? Was würden Sie antworten auf die Frage: „Was denkst du, ist mir wichtig?“

2. Kläre deine Ziele: Wo möchtest du hin?

Welches Bild von dir und deiner Position im sozialen Gefüge ist hier entstanden? Triff hier und jetzt deine Entscheidung: Will ich so wirken? Will ich hier stehen? Sollte die Antwort auf diese Frage „Nein“ lauten (oder zumindest „teilweise nein“), dann gehe in die Zielformulierung:

  • Wie möchtest du von deinem Umfeld wahrgenommen werden? Freundlich / kompetent / kooperativ / souverän / gelassen / interessiert?
  • Wo willst du im Team/im Unternehmen stehen? Welche Rolle möchtest du gerne innehaben?
  • Von welcher Person(-engruppe) möchtest du neu/anders wahrgenommen werden? Was willst du verändern?

3. Vom WAS zum WIE: Arbeite aktiv an deiner Positionierung

  • Zuerst: Mach dich frei. Überprüfe deine Einstellung zu dir selbst. Welche Denkmuster, Klischees oder Annahmen hast du über dich und deine Tätigkeit / Funktion im Team? Eine negative Einstellung wie „Ich bin doch nur der Praktikant / Berufsanfänger / … und habe sowieso nichts zu melden.“ bringt dich jedenfalls nicht weiter. Fake it till you make it. Schaffe Tatsachen. Go for it.
  • Mach dir deine Stärken bewusst. Was kannst du gut und vor allem: Wie setzt du das im Team ein? Wo noch nicht? Was bringst du ein, was andere nicht können?
  • Orientiere dich an deinen Zielen. Was tut jemand, der freundlich / kompetent / kooperativ / souverän / gelassen / interessiert / … wirkt? Trifft das auf dein momentanes Verhalten zu? Was müsstest du ändern?
  • Sei proaktiv. Warte nicht darauf, dass dir jemand eine Rolle / Aufgabe / Verantwortung anbietet. Bringe eigene Ideen und Vorschläge ein, präsentiere Lösungsansätze und Entscheidungsempfehlungen statt Problemen.

Damit DU dein volles Potential einbringen kannst und so gesehen wirst, wie du gesehen werden möchtest.

Denn egal, welche Ziele du dir gesetzt hast, was du in deinem Team beitragen willst und wie du wahrgenommen werden willst – du kannst steuern, welche Position im Team du einnimmst.


Hier erfährst du mehr über dich und deine Wirkung auf andere - und wie du das mit Feedback ändern kannst.