Die wichtigste Währung ist heutzutage nicht mehr der Euro oder der Dollar. Nein, auch nicht der Bitcoin. Es ist unsere Aufmerksamkeit! Mit dieser steuern wir alles – Beziehungen, Emotionen, unsere Produktivität, ja sogar körperliche Prozesse wie Stressregulation. Schonmal so eine Situation erlebt? Du sitzt mit deinem Partner oder deiner Partnerin am Tisch, jeder starrt beiläufig auf sein Handy, das Gespräch besteht nur aus „Mhmm.“ und „Achso, hmm.“ Kein sehr angenehmes und gewinnbringendes Gespräch. Doch nicht nur Handys oder andere Medien verleiten uns dazu, dass unsere Aufmerksamkeit abschweift. Oft sind es unsere eigenen Gedanken, wir grübeln, was alles passieren könnte… Haben wir eigentlich für morgen schon alles erledigt? Irgendwie sind wir nicht ganz bei der Sache, obwohl wir gerade mit jemandem sprechen… Und damit entgehen uns Chancen, die Situation zu lenken, mit dem Gegenüber auf Augenhöhe in Kontakt zu treten oder wahrzunehmen, was ich gerade eigentlich brauche. Was hilft? Präsent sein.

Präsenz – was heißt das?

Im eigentlichen Sinne heißt präsent zu sein nichts anderes als gegenwärtig zu sein – hier und in diesem Augenblick. Mit allen Sinnen auf unser Gegenüber, eine bestimmte Situation oder uns selbst gerichtet.

Bist du präsent, hast du die Möglichkeit, wichtige Hinweise aus deiner Umgebung aufzufangen und wahrzunehmen. Diese Zusatzinformation hilft dir, die momentane Situation besser einschätzen und angemessen darauf reagieren zu können. Kennst du Situationen, in denen es einfach nicht so vorangeht, wie du es geplant hast? Eine Präsentation vorbereitet, aber irgendwie läuft es nicht so richtig, du schaust in fragende Gesichter? Oder ein Gespräch mit Kollegen oder deinen Mitarbeitern, das so völlig anders verläuft, als du es geplant hast – weil der andere scheinbar etwas ganz anderes von dir will?

Wie erkennst du frühzeitig in solch einer Situation, dass es jetzt, in diesem Moment, etwas ganz anderes braucht, als du dir vorgenommen hast?

Um deinen Fokus auf das JETZT zu richten und deine Präsenz zu stärken, können dir folgende Ansätze helfen:

  • Konzentriere dich auf deine Wahrnehmung: Was nehme ich wahr…

… bei mir? Bestimmte Emotionen, körperliche Empfindungen, vielleicht sogar eine innere Stimme, die gerade meine Gedanken beeinflusst?

… bei meinem Gegenüber? Interesse? Ein fragendes/fröhliches/trauriges/… Gesicht? Eine ablehnende/offene Körperhaltung? Eine bestimmte Lautstärke, die auf Unruhe in der Gruppe hindeutet? …

... Worauf liegt mein Fokus? Aussehen, Mimik, Gestik, Geruch, Akustik, …? Achte ich zum Beispiel während einer Präsentation überhaupt auf mein Publikum, oder ist meine Aufmerksamkeit ganz bei mir selbst, bei meiner Stimme, dem Inhalt, …?

  • Agiere statt reagiere:

... Verläuft das Gespräch/die Präsentation/ … noch in die Richtung, in die ich will? Steuere ich selbst noch den Verlauf – oder geht es in eine ganz andere Richtung?

... Auf was reagiere ich? Auf kleine Signale oder nur, wenn mich jemand unterbricht?

  • Bremse das Gedankenkarussell:

... Wo sind meine Gedanken? Eher in Befürchtungen, was passieren könnte? Oder wie ich gerade auf andere wirken könnte - habe ich etwas zwischen den Zähnen?!

... Was durchkreuzt meine Gedanken? Das Gespräch von gestern, über das ich mich immer noch ärgere und grüble oder die Vorstellung von heute Abend, was ich noch alles erledigen muss? …

... Bin ich aufgeräumt? Fokussiert – oder Chaos im Kopf?

Bist du präsent – im Hier und Jetzt und in dieser Situation, kannst du besser wahrnehmen, wo dein Gegenüber eigentlich gedanklich steckt oder wo er hin möchte, kannst deinen Plan entsprechend flexibel anpassen und steigerst dadurch deine Umsetzungskompetenz.

Das soll natürlich nicht heißen, ab jetzt nur noch unvorbereitet und mit einer guten Portion Improvisation in Gespräche und Präsentationen zu gehen – im Gegenteil. Vorbereitung hilft dir, wirklich alle Fakten zu kennen und dich sicher zu fühlen. Nur dann hast du die Freiheit, mit dem zu sein, was da ist.


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