Mit schwierigen Situationen umgehen können, so viel wie möglich mitnehmen und gestärkt hervor gehen. Resilienz ist eine Fähigkeit, die wir immer wieder im Leben brauchen. Dynamik und Agilität in unseren Systemen und Strukturen verlangt immer mehr von uns und unserer Persönlichkeit. Ob wir in diesen Herausforderungen Spaß haben oder nicht. Wie wir damit umgehen, ist unsere persönliche Entscheidung. Möchten wir widerstandsfähiger werden?

Resilienz ist nichts Neues. Bereits seit 1950 ist diese Kompetenz Gegenstand der Wissenschaft. Warum sie bei manchen Menschen stärker oder weniger stärker ausgeprägt ist, oder welche Bedingungen sie weiter ausprägt, sind nur ein paar Ergebnisse der Forschungen. Fest steht vor allem: Resilienz kann jeder von uns trainieren.  

Laut wissenschaftlichem Erkenntnisstand bestimmen einzelne Aspekte und deren Zusammenspiel unsere Resilienzfähigkeit. Diese Aspekte können wir trainieren. Jeden Tag, Gelegenheiten gibt’s genug.

In unserem letzten Post zu diesem Thema nannten wir mitunter acht dieser Eigenschaften:

  • Optimismus
  • praktische Intelligenz
  • Verlässlichkeit & Vertrauen
  • Flexibilität
  • Innere Stärke (Werte & Zutrauen)
  • Selbstdisziplin, Selbstwirksamkeit
  • Emotionsmanagement
  • Ziele & Perspektive

Betrachten wir diese näher, so wird schnell klar, dies sind Skills, an denen wir ganz leicht arbeiten können. Und das unkompliziert in unserem Alltag. Egal ob für eine konkrete, schwierige Situation oder ob die Resilienz für die Zukunft trainiert werden möchte. Jeder kann selbst darüber entscheiden, was und wie er trainieren möchte.

Kleine, wiederkehrende tägliche Übungen können helfen, effektiv und dauerhaft die eigene Resilienz weiter auszubilden. Gelegenheiten, wir nutzen können.

Positiv denken: Ja, Ja …

Immer wieder und zu jedem Thema genannt: Positiv denken. Doch nicht ohne Grund, kommt dieser Rat so häufig vor. Konzentrieren wir uns darauf, die guten Seiten in der schwierigen Situation zu sehen, so rücken die negativen Gedanken in den Hintergrund. Orientieren wir uns stets an den Lösungen, so wird das zur Normalität für uns. Wir gewöhnen uns selbst an, positiv durch unseren Alltag zu gehen. Denn alles Negative, hat auch etwas Positives. Wir entscheiden, aus welchen Blickwinkel wir die Dinge betrachten.

Do it: Immer wieder und wieder bewusstmachen, worauf möchte ich meinen Fokus legen. Erlauben Sie sich, von positivem Gelingen auszugehen. Wir haben die Kompetenzen und Fähigkeiten, um Verantwortungen zu übernehmen und Herausforderungen zu meistern.

Bewusstwerden der eigenen Stärken - Selbstbewusstsein

Wir alle haben viele Talente, Fähigkeiten und gute Eigenschaften, die wir oder andere an uns schätzen. Jene, die uns besonders in stressigen und anspruchsvollen Situationen helfen. Fallen uns spontan welche ein? Was denkt unser Umfeld?

Do it: Nehmen wir uns einen Moment Zeit und listen alle unsere Eigenschaften, Talente und Fähigkeiten auf, die wir an uns schätzen und auf die wir stolz sein können. Ebenfalls können wir in unserem Umfeld nach Feedback fragen. Was sieht es, was wir (noch) nicht sehen?

Selbstachtsamkeit und kreative Pausen

Stehen wir vor einem akuten Problem, kann es schnell passieren, dass wir keine Lösung finden. Unser Stresslevel steigt und wir verbeißen uns unter Zeitdruck immer mehr in die Thematik und „sehen vor lauter Bäumen den Wald kaum.“

In diesem Fall können wir einfach ein paar Schritte zurückgehen und tief durchatmen. Abstand nehmen und sich selbst und seiner Kreativität Raum und Zeit geben.

Do it: Helfen wir unserer Kreativität auf den Sprung. Bei welchen Gelegenheiten bekommen wir neue Inspiration? Bei einem Spaziergang? Bei einem guten Buch oder guter Musik? Bei einer Tasse Kaffee mit Freunden? Oder beim Sport machen? Wir können diese Aktivitäten mit jenen verbinden die uns Freude bringen, und somit uns selbst etwas Gutes tun, um den Stresslevel zu senken.

Unser soziales Netzwerk

Betrachten wir Menschen mit hoher Resilienz, so sind diese häufig in einem starken und unterstützenden sozialen Umfeld. Freunde und Familie sind eng mit der Person verbunden und sie teilen ihre Probleme miteinander. In schwierigen Zeiten können sich diese Menschen auf ihr Umfeld verlassen.

Do it: Betrachten wir unser Umfeld. Welche unsere Kontakte könnten wir um Hilfe oder Rat bitten. Wenn nein, warum nicht? Welche Kontakte würden wir gerne vertiefen? Nehmen wir uns täglich Zeit, unsere Beziehungen mit unseren Freunden, Kollegen, Familie und Bekannten zu verstärken, so bilden wir Schritt für Schritt ein Netz, auf dass wir uns im Notfall fallen lassen können. Dann ist nur noch wichtig, die Hilfe von Anderen anzunehmen.

Realistische Erwartungshaltung

Häufig neigen wir dazu uns selbst unter Druck zu setzen. „Das muss ich heute schaffen.“, „Ich muss das können.“ Dann ist es unsere eigene Erwartungshaltung, die uns in Stresssituationen bringt. Wenn unsere Maßstäbe zu hoch und unerreichbar sind, so kann der Misserfolg unser Selbstbewusstsein einen Dämpfer geben.

Do it: Machen wir einen Rückcheck: Entspricht unsere Erwartung für den Sachverhalt der Realität? Sind unsere Ziele realistisch? Akzeptieren wir Situationen für das, was sie sind, so können die Erwartungen an diesen angepasst werden. Finden wir einen Weg, der uns herausfordert, aber dennoch zu bewältigen ist.

Authentizität

Konflikte und Krisen können nicht nur im Inneren stattfinden, sondern auch in unserem Inneren. Und das Bewusst oder unbewusst. Diese treten immer dann auf, wenn wir mit Aufgaben konfrontiert sind, die nicht mit unseren Zielen, Werten oder Visionen vereinbar sind. In diesem Fall handeln wir nicht authentisch.

Do it: Was sind unsere Werte? Listen wir jene auf die für uns jeweils im privaten, beruflichen und Zwischenmenschlichen wichtig sind. Um Anzufangen reichen schon 10 pro Gebiet. Diese können sie auch nach Bedeutung und Wichtigkeit ordnen. Somit schaffen wir uns eine Basis, auf der wir uns in schwierigen Situationen stützen können.

Entscheidungen treffen

Stehen wir vor schwierigen Entscheidungen? Denken wir, dass hat ja noch Zeit? Wenn wir unsere Probleme vor uns herschieben oder uns von anderen abhängig machen, so können wir beobachten, wie diese immer größer werden.

Do it: Welche Entscheidungen stehen an? Machen wir uns selbst eine Übersicht. Von dieser wählen wir täglich eine Entscheidung aus, die wir an diesen Tag angehen. Zu Beginn können es die Leichteren sein.

Reflexion der eigenen Krisenkompetenz

Der Blick in die Vergangenheit kann sich lohnen: Wie war unser Verhalten und was unsere Taten in der letzten Krise? Was haben wir gut gemacht und was möchten wir demnächst anders machen?

Do it: Erstellen wir eine Pro- und Kontra-Liste unserer Krisenkompetenz. Mit den Antworten zu den vorherigen Fragen, bildet sich schnell ein Bild unserer aktuellen Resilienz ab. Anhand diesem sehen wir, was wir gut können und auf was wir in Zukunft mehr achten können. Sind wir uns bewusst, was gemacht werden muss, fällt es uns leichter dies zu tun.

Akzeptanz von Niederlagen

Nicht immer läuft alles nach Plan. Verlieren gehört zum Leben dazu. Aber der Umgang damit, hat jeder selbst in der Hand. Resilienz bedeutet, diese zu überstehen.

Do it: Niederlagen akzeptieren. Denn akzeptieren wir diese, so erkennen wir vermehrt Chancen in diesen. Und so eher widmen wir uns den nächsten Herausforderungen.

Erfahrungen & erweiterte Horizonte

Unsere Erfahrungen machen unseren Charakter aus. Desto wertvoller ist es, möglichst viele zu machen. Denn je mehr Erfahrung wir haben, desto weniger Unbekanntes gibt es für uns. Das gibt uns Sicherheit und rüstet uns für kommende Situationen.

Do it: Erweitern wir unseren Horizont und gewinnen mehr Erfahrungen. Das geht am besten, indem wir neue Dinge lernen. Das kann eine neue Methode sein, das kann das Kennenlernen eines Kollegen sein. Täglich können wir etwas Neues lernen und uns mit fremden, unbekannten Thematiken beschäftigen.

Die innere Stärke entdecken und stärken. Vergrößern wir unsere Resilienz, so gewinnen wir den Mut und das Vertrauen, auch die schwierigsten Zeiten durchzustehen. Leichter, freier und mit einem Lächeln.

Entdecken wir unsere Widerstandsfähigkeit! Gehen wir nicht in den Widerstand, sondern mit dem was ist, entwickeln wir unsere Resilienz und werden widerstandsfähiger.