Während viele leichtfüßig über Stress und Aufgaben schweben, versinken andere darin. Ersteren wird ein hohes Maß an Resilienz zugesprochen. Ein Begriff, der in unserer hektischen Zeit immer mehr an Bedeutung gewinnt. Doch ist das mit Resilienz wirklich gemeint?

Per Definition ist Resilienz oder die psychische Widerstandsfähigkeit, die Fähigkeit Krisen zu bewältigen.

In unseren Alltag begegnen uns immer mal wieder Hindernisse, wie Steine auf unserem Weg. Groß und Klein, alles kann dabei sein. Ob wir über diese klettern oder davor stehen bleiben, uns verletzen oder der Umgang uns stärker werden lässt, bestimmt unsere Resilienz. Sie ist die Fähigkeit mit widrigen Umständen umzugehen:

Meistern wir die Situation, gehen wir mit Kraft oder geschwächt heraus?  

Die Resilienzforschung hat ihren Ursprung in der Beobachtung von Menschen in Krisengebieten. In der Psychologie wird von einem Prozess geredet, statt von einer festen Fähigkeit. Dazu sind Eigenschaften wie Flexibilität, Elastizität und Anpassungsfähigkeit auch Durchlässigkeit unabdingbar. Also nicht die Eigenschaften einer Stahlwand, die alles abprallen lässt, sondern vielmehr die   Eigenschaften einer Schilfpflanze, die sich mit dem Wind bewegt, dabei nicht umknickt und einfach im flow ist.

Laut einer Studie besteht diese Fähigkeit aus zwei Faktoren: Die einzelnen Kompetenzen und Fähigkeiten, sowie die protektiven Faktoren, die unser Umfeld ausmacht. Haben wir zum Beispiel ein soziales Umfeld, welches uns unterstützt, so haben wir mehr Vertrauen in uns selbst. Dies stärkt unsere Widerstandsfähigkeit.

Doch welche Fähigkeiten und Kompetenzen machen die Resilienz aus?

Ein Netzwerk aus Wirkmechanismen, ein Zusammenspiel aus unserer persönlichen Haltung und die Ausprägung unserer Kompetenzen.

Optimismus (positive Erwartungshaltung)

Immer den Blick auf das Positive und das Ziel gerichtet. Menschen mit Optimismus sehen in der Krise eher eine Herausforderung und wissen, dass alles zeitlich begrenzt ist.

Praktische Intelligenz

Resiliente Menschen fokussieren sich auf die Lösung, die für andere zunächst nicht erkennbar scheint. Sie erkennen es, dass sie praktische Schlussfolgerungen ziehen, und Dinge vermehrt objektiv betrachten.

Verlässlichkeit & Vertrauen

Zuversicht in einen Selbst und das eigene Können. Dies bildet die Basis, sich selbst und andere zu stützen und selbstbewusst Verantwortungen zu übernehmen.

Flexibilität

Sich an die Gegebenheiten anpassen und spielerisch mit Veränderungen umgehen. Flexibilität bedeutet immer beweglich zu bleiben.

Innere Stärke (Werte & Zutrauen)

Die inneren Werte und die ethische Einstellung sind die Basis unseres Charakters. Menschen, die ein hohes Maß an Resilienz aufweisen, ziehen aus ihren Werten und ihrer Zuversicht ihrem Glauben Kraft.

Selbstdisziplin

Menschen, die diszipliniert sind, folgen den eigens gesetzten Regeln. Sie sehen dabei immer den Vorteil der Regel, und verschwenden nicht Energie und Kraft auf Dinge außerhalb dieser. Somit bleibt der Fokus auf den wichtigen Dingen.

Selbstwirksamkeit

Jeder von uns agiert in seinen eigenen Wirkungsgrad. Wir wirken mit unseren Gedanken und Taten auf uns Selbst und unser Umfeld ein. Das Zutrauen und das Bewusstsein darüber, stärkt die Resilienz.

Emotionsmanagement

Resilienz wird durch ein erfolgreiches Management der eigenen Gefühle und Stabilität von Emotionen unterstützt. Besonders die Konzentration auf positive Gefühle und gewonnene Erfahrungswerte, ermöglicht den Umgang mit schwierigen Situationen.

Ziele & Perspektive

Das Ziel klar vor Augen haben mit einem langfristig orientierten Realismus. Der Fokus auf das gewählte Ziel, unterstütz, den Weg auch zu gehen. Widerstandsfähigkeit wird gefördert, wenn im Klaren ist, welche Vorteile und Belohnung am Ziel liegen.

Die einzelnen Fähigkeiten sind eng verknüpft, sie agieren miteinander. Stärken wir eine, so stärken wir mehrere. Ist eine Fähigkeit nicht stark ausgeprägt, so beeinflusst dies schwächend die anderen Skills und Fähigkeiten.

Wie sieht unser eigenes Netz aus? Wo lassen sich diese engen Verknüpfungen bei mir erkennen? Denn wenn wir eine Fähigkeit stärken, so stärken wir mehrere.

Wenn wir unseren Standort kennen, kennen wir auch die Stellen an den wir ansetzten können. Welche dieser Aussagen trifft auf uns zu?

Gelassenheit und Souveränität durch innere Stabilität

Wie ausgeprägt ist die eigene Resilienz? Haben wir bei fünf oder mehr Aussagen zugestimmt, sind wir bereits sehr widerstandsfähig.

Dabei können wir diese Fähigkeiten und Kompetenzen ausbauen und stärken. Nehmen wir uns eine(n) Bergsteiger(in) als Beispiel:  Neben der Kondition muss auch trainiert werden, mit den widrigen und harschen Bedingungen der Berggipfel zu Recht zu kommen.

Das gleiche Konzept gilt auch in unserem Alltag. Nicht nur ein Aspekt ist wichtig, sondern das gesamte Netz. Je größer meine Resilienz ausgeprägt ist, desto mehr erlebte Freiheit und Selbstbestimmung haben wir.

Und wie ein Kreislauf unterstützt unser gewonnenes Selbstvertrauen und Sicherheit, die Erweiterung unserer Resilienzfähigkeit.

Wo fangen wir heute an? Wissen wir wo die Startlinie liegt, brauchen wir nur noch loslegen. Legen wir los und stärken unsere Resilienz!

Ein offener Geist und jegliche Form von Bewegung, das Verarbeiten von Erfahrungen und neuen Erkenntnissen stärkt unsere Resilienz und erweitert unsere persönlichen Möglichkeiten. Mit Spaß und Neugierde.  

Wenn ihr neben der Resilienz auch Zufriedenheit erlangen möchtet, so lest diesen Beitrag.