Kommunikation besteht immer aus Sender und Empfänger. Kennst du Situationen, in denen du dir denkst: „Hä, was redet er da?“ oder „Was will sie überhaupt von mir?“ Und dann ärgerst du dich, weil es Zeitverschwendung ist, dein Gegenüber nicht zum Punkt kommt oder sich so missverständlich äußert, dass beide im Gespräch schwimmen. Die gute Nachricht: Klare Kommunikation hängt nicht nur vom Sender ab, sondern du als Empfänger hast allerhand Handlungsmöglichkeiten, das Gespräch in eine zielführende Bahn zu lenken.

Nimm das Steuer in die Hand!

Den anderen verstehen WOLLEN…

Was du als Zuhörer zunächst brauchst, um einen positiven Outcome zu erzielen: Empathie. Das heißt nicht, gleicher Meinung sein zu müssen, sondern, dass wir bereit sind, die Sicht des anderen zu sehen, sie zu respektieren und damit umzugehen. Warum hat die Person das getan/gesagt? Was könnte ihr Ziel sein? In welcher Situation befindet sie sich gerade? Je besser wir in die Rolle des anderen schlüpfen, desto besser können wir ihn verstehen.

… und dann richtig agieren:

Wenn du dich auf dein Gegenüber eingestimmt hast, kannst du mit diesen Methoden sicherstellen, dass der Sender erfolgreich kommuniziert:

Sinn- und verständnisstiftende Fragen: Stell dir vor, dein Kollege in der Kantine erzählt: „Letzte Woche war die Hölle los, es war so stressig…“ Was will er dir damit sagen? Versuche, herauszufinden, was das Ziel des Gespräches sein soll, indem du klar fragst: Was soll der Outcome des Gespräches sein? Was will dein Gegenüber (von dir)? Check das Appell-Ohr!

  • „Wo stehst du gerade?“
  • „Willst du zunächst einmal deinen Ärger loswerden? Oder willst du, dass ich dir bei der Lösungsfindung helfe...?"
  • „Was soll ich jetzt (nicht) tun?“
  • „Was wünscht du dir jetzt von mir?“

Konstruktives Gesprächsklima schaffen mit der 3-W-Technik:

  • Stelle deine Wahrnehmung der Situation heraus („Ich sehe…“, „Ich höre…“), also fasse das Gesagte noch einmal zusammen, so wie es bei dir angekommen ist (paraphrasieren). So kannst du überprüfen, ob das auch vom anderen so gewollt war.
  • Kommuniziere die Wirkung auf dich („Ich bin darüber erstaunt/verärgert/froh…“, „Was mir nicht ganz klar ist, …“) Mit dieser Ich-Botschaft ermöglichst du deinem Gegenüber einen Perspektivwechsel – und damit regst du ihn zum Nachdenken darüber an, wie er während des Gesprächs auf dich wirkt – und ob er das so beabsichtigt.
  • Formuliere deinen Wunsch an den anderen: „Ich möchte…“, „Ich wünsche mir, dass…“, „Könntest du mir das noch genauer erklären?“ „Was ist dein Fazit?“ So gibst du deinem Gegenüber die Chance, noch konkreter zu werden.
  • Reden ist Silber, zuhören ist Gold. Eigentlich klar, als Empfänger musst du zuhören. So selbstverständlich ist das jedoch nicht, da wir in manchen Situationen - besonders in stressigen - dazu neigen, nicht ganz aufmerksam zuzuhören. Stelle also sicher, dass du im Moment zu 100% aufnahmefähig bist, um – falls nicht – das Gespräch zu verschieben.

Unterstütze dein Gegenüber dabei, richtig verstanden zu werden – und profitiert beide von einer gewinnbringenden Kommunikation.

Hier erfährst du weitere Tipps, wie du als Sender und Empfänger wertschätzend kommunizierst und Missverständnisse vermeidest.