Ob Feedback hilfreich ist, oder Schaden anrichtet, hängt davon ab, wie man es gibt oder annimmt– insbesondere bei schwierigem Feedback. Konstruktives Feedback ist kein persönlicher Angriff, sondern ein Geschenk und für uns persönlich eine Chance, für die eigene Entwicklung. Es bezieht sich auf eine konkrete Situation, ist verhältnismäßig, respektvoll, hilfreich und zeigt Alternativen auf. Aber nicht jedes Feedback das wir erhalten, ist konstruktiv. Vor allem bei schwierigem Feedback kann es schon mal kniffelig werden. Finde hier in den nächsten drei Minuten heraus, wie du mit schwierigem Feedback umgehen kannst!

Schwieriges Feedback geben

Manchmal fällt es uns schwer, anderen Feedback zu geben. Das kann zum Beispiel an der Beziehung liegen, in der wir zu dieser Person stehen oder daran, dass es sich um ein sensibles Thema handelt. Aber nicht nur schwieriges Feedback, sondern auch ein nicht mitgeteiltes Feedback kann Energie und Aufmerksamkeit binden und blockieren – und es wird sich für dich nichts an der störenden Situation ändern.  

Den Gegenpol zu konstruktivem Feedback stellt destruktives Feedback dar. Wie der Name bereits verrät, will destruktives Feedback zerstören: Der andere fühlt sich schlecht behandelt, verunsichert, orientierungslos, verletzt. Der Kritiker hat also gar kein Interesse daran etwas zu verbessern. Das passiert meistens, wenn jemandem die Argumente ausgehen, oder der andere dir einfach eins auswischen will. Bei schwierigem Feedback ist es ganz besonders wichtig darauf zu achten, dass dein Feedback konstruktiv bleibt.  

Auch wenn, oder gerade weil Konflikte aus der Vergangenheit ein Verhältnis belasten oder eine gute persönliche Beziehung das Verhältnis beflügelt, ist ein neutrales Vorgehen bei schwierigem Feedback wichtig. Die folgenden Fragen können dir helfen, Feedback konstruktiv zu geben und deine persönlichen Befindlichkeiten von der Sache zu trennen:  

  • Warum nehme ich den anderen so wahr?  
  • Was löst der andere in mir aus?  
  • Was hat das mit mir zu tun?  
  • Kommt mir bekannt vor, wie ich reagiere?  
  • Welche meiner Werte werden hier eventuell berührt?  

Schwieriges Feedback erhalten

Zum einen kannst du der Feedbackgeber sein, der ein schwieriges Feedback ausspricht. Zum anderen aber auch derjenige, der ein schwieriges Feedback erhält. Wie sieht deine Strategie in solchen Momenten aus? Zum Gegenangriff ausholen, ablenken oder dich zurückziehen?  

Vor allem schwieriges Feedback ist manchmal gar nicht so einfach anzunehmen. Es kann einem nicht gefallen, schwer zu verdauen oder umzusetzen sein oder uns in unseren Werten berühren. Aber es kann uns auch helfen, zu wachsen und Effizienz sowie Performance zu steigern, indem wir Impulse für zukünftiges Handeln erhalten. Wir müssen uns nur entscheiden, wie wir reagieren wollen.

Unser Umgang mit (schwierigem) Feedback beeinflusst auch, wie andere uns wahrnehmen. Was sagt dein Umgang mit Feedback über dich aus? Wie willst du wirken?  

Um zu entscheiden, was du mit einem schwierigen Feedback anfängst, kann es hilfreich sein, dir folgende Fragen zu stellen:  

  • Wenn ich die persönliche Ebene beiseite lasse und mich nur auf die Sache konzentriere – Was sagt mir dieses Feedback?  
  • Finde ich mich da wieder?  
  • Weckt deine Aussage in mir einen Widerhall? Welche Trigger hast du bei mir ausgelöst?  
  • Erkenne ich meine Anteile?  
  • Wie erlebe ich mich selbst in diesem Bereich? Wie sieht mein Gegenüber mich?  

Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg

Egal, ob wir Feedback erhalten oder geben – der Schlüssel im Umgang mit schwierigem Feedback liegt in der richtigen Gesprächsführung, genauer gesagt in einer bewertungsfreien Formulierung.  

Eine neutrale Vorgehensweise stellt die Methode der Gewaltfreien Kommunikation nach Rosenberg dar. Das Vier-Schritte-Modell der Gewaltfreien Kommunikation setzt auf ein möglichst vorwurfsloses Ansprechen von Konflikten durch eine wertfreie Beobachtung und die Herstellung eines persönlichen Bezugs. Das Ziel ist es, den anderen nicht zu verletzen oder zu demütigen, sondern ihn durch eine wertschätzende Art für sich zu gewinnen.

Das Vier-Schritte-Modell der gewaltfreien Kommunikation:

  1. Beobachten, ohne zu bewerten oder zu interpretieren  
  2. Beschreiben, was das Beobachtete in mir auslöst (Gefühle, Wirkung)  
  3. Die eigenen Bedürfnisse registrieren, die hinter den Gefühlen stehen (z.B. „Um erfolgreich arbeiten zu können, brauche ich XY….“)  
  4. Die identifizierenten Bedürfnisse umsetzen  

Mit den richtigen Tipps kannst du jetzt noch souveräner mit schwierigem Feedback umgehen und das Meiste für dich und andere herausholen.  

Welche Regeln und Tools dich beim Geben und Nehmen von Feedback darüber hinaus noch unterstützen können, kannst du hier nachlesen.