Wer kennt es nicht? Gähnt jemand, so tun es meisten auch alle um ihn herum. Der Verursacher dieses Phänomen sind die Spiegelneuronen.  Und die lassen nicht nur das Gähnen, sondern alle Handlungen und Emotionen ansteckend werden.

Dieser Mechanismus kann direkt bestimmen, wie die Stimmung im Büro ist. Ganz schön wichtig, also. Gut, dass wir unsere Präsenz und somit die unseres Umfelds bewusst steuern können.

Spiegelneuronen - Das unterbewusste Nachahmen

Wenn unser Gegenüber gähnt, unser Sitznachbar im Zug uns anlächelt oder ich jemanden bei einer Aktivität beobachte – es steckt uns unweigerlich an, wenn wir offen und unserer Umwelt zugewandt sind. Wir lächeln zurück, müssen auch gähnen oder spiegeln die Handlungen. Grund dafür sind die Spiegelneuronen. Sie sind ein blitzschnelles Resonanzsystem, welches Stimmungen und Gefühle unserer Mitmenschen auf uns selbst übertragen. Sobald wir eine Handlung oder eine Mimik sehen, werden die gleichen Signale ausgelöst, wie die, wenn wir die Handlung selbst ausführen. Nur etwas abgeschwächter.

Sie sind ein großer Teil unserer menschlichen Empathie. Wir spiegeln Emotionen unterbewusst wieder und können somit nachempfinden, was unser Gegenüber fühlt.

Für uns selbst bedeutet das, dass sich unsere eigene Präsenz auf unser Umfeld übertragen lässt. Emotionen wie Freude, Spaß, Erschöpfung, Wut oder Resignation werden gespiegelt. Gehen wir lächelnd und energiereich durch das Büro, stecken wir unsere Kollegen und Mitarbeiter an. Und diese stecken wiederum in ihrem Wirkungskreis an.

Mit welchen Emotionen möchten wir anstecken?

Blockieren unsere eigenen starken Emotionen unser Inneres, oder sind wir nicht offen genug für äußere Signale, so blocken wir diese Spiegelung. Unsere eigenen negativen Gefühle geben wir auch wieder nach außen ab. In unserem Umfeld wird das dann auch – wenn auch nur subtil – weiterverbreitet.

Sind wir uns dieser Vorgänge bewusst, so können wir bewusst darauf achten, was wir senden und welche Signale wir empfangen.

Besonders in agilen Umfeldern spielen Spiegelneuronen eine wichtige Rolle an vielen Schnittstellen. Durch ihren Mechanismus können sie unsere Kommunikation vereinfachen und verbessern. Spiegeln wir Körpersprachen wieder und empfinden authentische Wertschätzung, so wirkt sich das auf alle Beteiligten aus. Auch bei Konflikten und Konfrontationen hilft das, indem wir uns in die Situation des anderen hineinversetzen können. Auf der anderen Seite machen sie uns offen gegenüber der Wut und dem Ärger des anderen. Und durchs verstehen können, finden wir schneller Lösungsansätze.

Möchten wir ein motiviertes und engagiertes Umfeld für uns, unsere Mitarbeiter und unsere Kollegen schaffen, so können wir unsere Präsenz überprüfen.

Denn in unserer Präsenz – in der Gegenwart – werden Systeme beeinflusst.

Präsenz trainieren und überprüfen - Bewusst Wirkungskreis beeinflussen

Selbstbejahung

Wir akzeptieren alle Facetten unseres Selbst. Unsere Schwächen und Nicht-Wissen, sowie unsere Stärken und Skills.  Wir gehen offen damit um, stehen zu uns selbst und machen uns nicht klein oder zu groß.

So werden wir als souverän, sicher und präsent wahrgenommen.

Natürliches Verhalten

Die Art wie wir denken, wie wir sprechen und wie wir Handeln. All dies stimmt überein. Unsere Gestik und Mimik vermittelten das gleiche Bild. Damit können wir authentisch kommunizieren.

Engagement und Identifikation

Eine positive Einstellung zur Situation und zur getroffenen Entscheidung.

Die Identifikation mit dem eigenen Thema und ein zielstrebiges Verfolgen eigener Interessen wirken beim Zuschauer glaubwürdig und kompetent.

Grundhaltung zum anderen

Du bist o.k., ich bin o.k. Ein positive und kooperative Haltung zum Gegenüber ist die Grundlage für konstruktive und wertschätzende Zusammenarbeit: Dazu gehört, den anderen als gleichwertigen Partner aufzunehmen und seine (auch abweichende) Meinung zu akzeptieren, seine Ziele und Interessen zu respektieren und für beide vorteilhafte gemeinsame Lösung zu finden.

Achtsamkeit und Interaktion

Wahrnehmen, was beim anderen und bei uns selbst wirklich da ist – und damit sein. Wir finden Klarheit über gegenseitige Interessen und die dahinterliegenden Bedürfnisse. Bewerten wir auch Dinge (spontan) positiv, so entsteht innere Freiheit. Raum für Kreativität, Spontanität, Empathie und Ekstase. Schärfen wir die eigenen Sinne und machen und bewusst, was uns beeinflusst.

Unser Auftreten hängt stark mit unserer inneren Haltung zusammen. Möchten wir diese bewusst steuern, so kann ein Selbst-Check uns zeigen, was wir noch anpassen können.

Wie sieht unsere innere Haltung aus? Was löst Widerstände und was Zufriedenheit aus?

Haben wir Klarheit über unsere Ziele und unsere Erwartung an uns und andere? Identifizieren wir uns im System? Was ist unsere Motivation? Worauf fokussieren wir uns?

Geben wir das auch in unserem Auftreten wieder?

In unserer Mimik, Gestik? Unsere Körperhaltung, unserer Ausstrahlung? Fühlen wir uns entspannt und wohl? Sind wir offen gegenüber unserem Umfeld? Wie offen sind wir gegenüber Lösungen? Wo haben wir einen persönlichen Benefit, wenn wir in Unzufriedenheiten stecken bleiben?

Gleichen wir die Antworten ab, so erhalten wir zwei Bilder, die sich mehr oder weniger überschneiden. Je mehr wir ausstrahlen, was in unserem Inneren vorgeht, desto authentischer sind wir.

Aufmerksamkeit verbessern - die eigene Umwelt wahrnehmen

Unsere eigene Präsenz beeinflusst unser Umfeld. Doch sind wir offen genug, die Wirkung auch zu sehen? Wohin lenken wir unsere Aufmerksamkeit?

Öffnen wir uns bewusst unserer Umwelt, und machen eine kleine Übung.

Wir gehen auf eine stille Wanderung. Wir gehen langsam und sprechen nicht. Wir beobachten nur, was um uns herum ist und passiert. Dabei lassen wir uns alle Zeit der Welt und atmen tief durch.

Was ist uns aufgefallen? Die Stimmungen der Kollegen und Mitarbeiter? Die Atmosphäre? Der Umgang zwischen den Menschen?

Je mehr wir diese Übung wiederholen, desto feiner werden unsere Antennen für unsere Umgebung. Es fallen mehr Dinge auf, wir bemerken die kleinsten Nuancen.

Diese Eigenschaft können wir nutzen, um zu erkennen, welche Signale wir in Zukunft senden möchten. Eine hektische und schnelllebige Atmosphäre braucht eher einen Ruhepol. Eine kühle und distanzierte, einen herzlichen und warmen Umgang, und so weiter. Erkennen Sie, was in ihrem System „gebraucht“ wird.

Durch den ständigen Austausch geben wir Impulse in Kettenreaktionen. Wir justieren die Signale in unserem Umfeld. Bewusst oder unbewusst.

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Wir sind stark durch unser Miteinander. Senden wir bewusst die stärkenden und fördernden Signale, so profitieren nicht nur wir selbst, sondern auch unser Gegenüber.

Machen wir uns bewusst was wir empfinden und was unser Umfeld an Emotionen und Verhalten braucht. Sehen wir uns im Spiegel des anderen. Den Anfang können wir machen.