Der Mensch kann faul sein. Ein Gewohnheitstier, eben. Umgewöhnung kann uns schwer fallen und stresst uns regelrecht. Wenn uns einschlägige Änderungen unserer Strukturen bevorstehen, blockieren wir häufig. Dadurch entsteht Stress.

Es wird nicht mehr lange dauern, bis die ursprünglichen Arbeitsprozesse, -strukturen und -gewohnheiten wieder eingenommen werden müssen.

Bedeutet für viele: Kein Homeoffice mehr und ab ins Büro.

Weniger Selbstbestimmung ist einer der vielen Gründe für Stress. Weitere Gründe können aber auch Überlastung, schlechtes Zeitmanagement, Überschätzung, zu hohe Erwartungen, fehlende Wertschätzung, etc. sein.

Stress entsteht schnell, kann aber langfristig schwerwiegende gesundheitliche Folgen mit sich bringen. Um dies zu vermeiden kann Stress organisiert, behoben und vorgebeugt werden.

Stress definieren und identifizieren

Führen wir uns konkret vor Augen, was uns gestresst hat und wieso. Wie haben wir uns in dieser Situation gefühlt? Motiviert und voller Tatendrang oder waren wir handlungsunfähig, gelähmt und unter Druck?

Wenn wir unseren Stress-Typ definiert haben, wird es uns leichter fallen darauf zu reagieren.

Reflektieren wir unseren Umgang mit uns selbst & bauen Resilienz auf

Stress entsteht meist im Kopf. Das Ziel ist es, sich selbst nicht mehr unter Druck zu setzen und nicht mehr setzen zu lassen. Dazu gehört auch, dass wir Hektik und zeitlichen Stress minimieren. Manche Aufgaben bedürfen einfach mehr Zeit als verlangt. Nehmen wir uns diese.

Versuchen wir uns zunehmend auf Positives zu fokussieren. Führen uns trotz Stress beispielsweise tolle Ergebnisse und Resultate vor Augen, die wir bereits erreicht haben. Das kann dabei helfen, optimistisch zu bleiben und den folgenden Schritt so leichter umsetzen zu können.

Die eigene Bewältigungsstrategie finden

Ablenkung und Abwechslung sind das A und O.

Was entspannt uns, was macht uns Freude? Auf diese Fragen sollten wir gesunde Antworten finden, die uns selbst ausgleichen können. Beispielsweise Sport, oder insbesondere Yoga. Atemübungen können sehr gut dabei helfen Stress abzubauen, zu entspannen und eine Abwehrfunktion gegen Stressfaktoren zu entwickeln. Wenn zum Beispiel Hard Rock unser Hobby und unsere Lieblingsmusik ist, könnte das auch eine gute Ablenkung und somit eine Bewältigungsstrategie für uns sein.

Time to Reload

Wenn wir ein stressiges Projekt oder eine Aufgabe abgeschlossen haben, steht eine Pause an! Sie sind notwendig, um wieder gestärkt und motiviert in andere Themen einsteigen zu können. Und vor allem, um uns selbst zu entlasten, zu schützen und uns schlimmsten Falls vor einem Burn-Out zu bewahren. Also: Take your time! Beispielsweise durch einen Urlaub ohne Handy, Laptop und und und.

Unterstützung und Verständnis holen

Dies kann in erster Linie von einem Vorgesetzen sein. Wenn wir zu sehr unter Strom stehen, leiden häufig auch Produktivität und Ergebnisse daran. Also wird es ebenso im Sinne des Chefs sein, die Überlastung, den Druck, die hohen Erwartungen zu minimieren. Außerdem kann uns unser Vorgesetzter eventuell Ressourcen zur Bewältigung zur Verfügung stellen (bspw. fachliche Informationen, professionelle Betreuung durch Psychologen oder ggf. Sonderurlaub).

Reden wir auch mit Freunden und Familie. Das wird uns dabei helfen uns selbst zu reflektieren und unseren Stress so besser managen zu können.

Stressmanagement für Mitarbeiter in die Führungsstrategie implementieren

Das Stressmanagement ist ein wichtiger Bestandteil des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Dieser sieht vor allem Seminare, Coachings und Workshops zur Bewältigung von Stress für die Mitarbeiter vor.

Noch sinnvoller ist es hingegen, wenn Stressmanagement bzw. -vorbeugung in die Strukturen des Unternehmens integriert werden. Also beispielsweise in die Unternehmenskultur.

Hier kann für ein besseres Arbeitsklima durch mehr Wertschätzung angesetzt werden. Der  Mitarbeiter, der gestern bis um 21 Uhr im Büro saß und seinen 12 Stunden Arbeitstag nur mit sechs Tassen Kaffee überstanden hat, macht dies nicht noch einmal, wenn er sich nicht genug wertgeschätzt fühlt.

Minimieren wir den Druck der Präsenz durch das Fördern der Work-Life-Balance. Sagen wir unseren Mitarbeitern beispielsweise sie sollen nach Feierabend, oder am Wochenende, ihre Firmenhandys ausstellen. Durch diese kleinen Handlungen und Gesten kann Stress unkompliziert vorgebeugt werden.

Leidet ein Mitarbeiter jedoch unter starkem Stress, sollten wir das persönliche Gespräch suchen und Maßnahmen zur Bewältigung mit ihm vereinbaren. Diese können die Minimierung von Aufgaben, die Optimierung der zeitlichen Planung oder im Extremfall externe Hilfe durch professionelle Beratung sein.

Nun zurück zum Anfang: „Weniger Selbstbestimmung ist einer der vielen Gründe für Stress.“

Wenn nun nach und nach alle wieder ins Büro gehen werden, haben vermutlich einige Mitarbeiter das Gefühl von weniger Selbstbestimmtheit. Resultierend aus den Freiheiten des flexiblen Zeitmanagements und der eigenständigen Arbeitsweise im Homeoffice.

Damit aus dieser Situation kein Stress entsteht sollten Arbeitnehmer und -geber die aktuellen Gegebenheiten in naher Zukunft nicht komplett verwerfen. Es ist wichtig sich langsam wieder an alte Strukturen gewöhnen zu können. Treffen wir also Vereinbarungen, dass Homeoffice oder Gleitzeit, wenn noch nicht der Fall, Bestandteil bleiben kann. Wir als Führungskraft können den Mitarbeitern mehr Verantwortung, mehr Kreativität und mehr Spielräume anbieten.

Dadurch kann nach der aktuellen Krise das Risiko von Stress minimiert und Ruhe in unruhigen Zeiten bewahrt werden.