Kopfschmerzen, Sorgen, Konzentrationsprobleme, Denkblockaden, Unruhe, …

Der Stresslevel steigt genauso hoch, wie der Stapel unerledigter Aufgaben und zu hohen Verantwortungen sein.

Und während er steigt, sinken die Aspekte der eigenen Motivation. Wir erleben Autonomie, Kompetenz und soziale Eingebundenheit weniger stark.

Doch welche Art von Stress erleben wir?

Denn nicht jeder Stress ist schlecht. Und ganz ohne, geht es sowieso nicht.

Wie wir guten und schlechten Stress erkennen, nutzen und reduzieren.

Unser Alltag ist immer wieder einmal hektisch. Jeder von uns kennt dabei Situationen, die stressig und gleichzeitig mit Energie, Tatendrang und Freude gefüllt waren. Und auf der anderen Seite kennt Jeder von uns jene, die uns Kraft kosten, erschöpfen und demotivieren.

Der Unterschied zwischen positiven und negativen Stress, zeigt sich deutlich in unserem Empfinden und in den Folgen.

Stress also gänzlich vermeiden? Wollen wir nicht. Denn positiver Stress kann uns wahre Höchstleistungen vollbringen lassen. Und negativer Stress? Erfordert nur den richtigen Umgang. Stress – oder was muss ich managen? Mich selbst? Meine Gefühle, Wahrnehmungen, Selbstorganisation und Erwartungshaltung an mich und andere?

Der Umgang damit, beginnt mit der Quelle. Unsere persönlichen Auslöser für Stress. Können wir diese identifizieren, so finden wir einiges heraus. Neben den passenden Umgang mit diesen auch das Wissen, dass viel mehr möglich ist, als wir annehmen. Wir beobachten aufmerksam unser Verhalten und unsere Selbstwirksamkeit und lernen uns selbst besser kennen.

Worauf reagieren wir mit negativem Stress?

  • bestimmte Personen
  • Verhalten / Umgang mir gegenüber
  • fehlende Erfahrung
  • neue Aufgaben/ Projekte
  • enttäuschte Erwartungen
  • eigener Perfektionsanspruch
  • chronische Konflikte (z.B. Rollenkonflikt)
  • Zeitmangel / Termindruck
  • Nicht-Wissen
  • unklare Kommunikation
  • unklare Erwartungen
  • eigene Ungeduld
  • Angst vor Scheitern
  • Reizüberflutung
  • Unterforderung / Überforderung

Nachdem wir eingegrenzt haben, was die Quellen unseres Stresses sind, können wir mit diesen in die Selbstreflexion gehen. Was ist die konkrete Situation? Wie können wir diese lösen? Wie setzten wir sie um? War das erfolgreich?

Dieser Prozess fällt leichter, wenn wir Hilfe von außen bekommen. Egal ob Sparringpartner, Tipp- oder Feedbackgeber oder Zuhörer – jede Rolle unterstützt auf dem Weg zum Ziel.

Suchen wir uns ein bis zwei Auslöser aus, und beginnen die Reise.

Auslöser

Betrachten wir die Auslöser-Situation genau. Was konkret hat uns gestresst? Dies genau beschreiben. Ebenso sind auch die Umstände festzuhalten. Wir notieren unsere Erwartungshaltung, die wir an die Situation hatten, sowie unsere Gemütstand davor. Ist etwas vorher passiert, was wir in die Situation mitgebracht haben?

Unsere Gefühle spielen dabei eine wichtige Rolle. Wie haben wir uns in der Situation gefühlt? Wie hat sie sich insgesamt angefühlt? Wo im Körper haben wir was gefühlt? Welche Gedanken hatten wir dabei.

Beantworten wir diese Fragen, so bildet sich ein Gesamtbild unsere Emotionen.

Diese haben in unserem Inneren eine Stimme, auf die wir in solchen Situationen häufig hören. Haben wir in diesem Fall auf den Antreiber, Zweifler, Angsthasen, Besserwisser/ Rechthaber, Macher, Schlichter, Perfektionist oder den Gleichgültigen gehört?

Habe ich nur in dieser Situation auf die Stimme gehört, oder auch in anderen/ ähnlichen?

Und vor allem: Wie und wie stark hat dieser mein Verhalten beeinflusst?

Sehen wir das Gesamtbild, können wir erkennen welche Gefühle in uns ausgelöst wurden. Angst, Wut, Trauer, Enttäuschung, Trotz, …

Lösungsansatz

Nachdem wir erkannt haben, was die Auslöser sind und wie wir auf diese reagieren, kann nun in die Lösung gegangen werden. Damit das funktioniert, sollten Punkte abgehackt sein:

(Bild)

Eine Lösung kann sich nur ergeben, wenn wir wissen, welches Ziel diese hat, welche Richtung wir einschlagen. Stellen wir uns die Fragen:

Von welcher Fähigkeit / Eigenschaft hätten wir in der Situation gerne mehr gehabt?

Was genau möchte ich in einer ähnlichen Situation erreichen?

Worauf werde ich in ähnlichen Situationen in Zukunft achten?

Bei der Beantwortung können wir uns gedanklich die Dinge in Gedanken rufen, die uns beschwert haben oder die wir hinter uns lassen möchten. Vorkommnisse oder Personen mit denen wir Frieden schließen möchten.

Mit diesen Antworten haben wir uns ein Ziel gesetzt, auf das wir hinarbeiten können. Nicht mehr nur der Wille ist da, sondern die Richtung.

Umsetzung / Praxis

Zu dem gesetzten Ziel, fehlt jetzt nur noch die Route. Das WIE zu dem WAS.

Welche Schritte führen zum Ziel? Was, wann, wie, womit…? Worauf achte ich nächstes Mal besonders?

Um auch nichts zu vergessen setzten wir uns selbst Anker, die uns immer wieder an unsere Tasks erinnern. Das könnte zum Beispiel ein Termin im Kalender sein, oder auch ein „Achtung“ das auftaucht, wenn sich der Stress bemerkbar macht. Ein kurzes Innehalten, um zu überprüfen wie es uns geht.

Die Motivation können wir bei der Umsetzung behalten, wenn wir uns ein Motto/ einen Ankersatz geben. Wir können uns daran erinnern, was uns zusteht. Wir erinnern uns, dass wir die Chance sehen und sie nutzten. Wir werden uns bewusst, dass wir der Autor unseres Lebens sind.

Erfolgskontrolle

Sind wir schon am Ziel angekommen? Der Rückcheck ist wichtiger Teil des Prozesses. Wir können immer wieder überprüfen ob wir Teilziele erreicht haben und was funktioniert hat und worauf wir uns weiterhin konzentrieren wollen. Dabei kann es hilfreich sein, alles zu dokumentieren. Damit machen wir nicht nur unsere Entwicklung sichtbar, sondern werden uns auch unserer Selbstwirksamkeit bewusst. Auch durch Belohnungen, wenn wir ein Ziel erreicht haben.

Wenn wir im Rückcheck merken, dass wir noch nicht ganz den richtigen Weg gefunden haben, so können wir das Gegenteil unseres Stresses anschauen. In welchen Situationen / Tätigkeiten (privat oder beruflich) fühlen wir uns ausgeglichen und energetisch? An was liegt das, woher kommt das? Erkennen wir die Faktoren und Auslöser für positiven Stress, so können wir versuchen diese auf unseren Lösungsansatz zu übertragen.

Auch außerhalb der gewählten Situation, können wir versuchen unseren negativen Stress abzubauen. Egal ob beruflich oder privat, es gibt verschiedenen Techniken und Wege wie wir uns eine Pause von der Anspannung gönnen.

Befinden wir uns akut in einer Stress-Situation, kann dies helfen:

  • Ruhepause einlegen
  • 10 x tief ein- und ausatmen
  • unsere Aufmerksamkeit von den negativen Aspekten auf positive Dinge richten
  • üben, den emotionalen Zustand zuzulassen / zu akzeptieren / damit zu sein
  • aus der Situation rausgehen (psychisch und/ oder physisch)
  • Danke sagen! 5 Dinge in unserem Leben wählen, für die wir uns bedanken möchten. Am besten täglich wiederholen

Für jeden von uns, helfen die Maßnahmen unterschiedlich gut. Hier ist Ausprobieren die Devise. Oder, wir haben bereits Aktionen die uns zur (inneren) Ruhe bringen?

Stress kann überraschend kommen. Oft erkennen wir ihn erst, wenn wir bereits mittendrin stecken. An diesem Punkt haben wir die Wahl: Darin versinken, oder die Segel neu ausrichten? Mich ärgern oder staunen und wundern?

Wir sind selbst für unser Befinden und unsere Emotionen verantwortlich. Sorgen wir für unsere Balance, die uns motiviert und vorwärts trägt.