Bestimmt kennst du den Spruch „Früher war alles besser.“ Dass das nicht so ist, sollte uns allen klar sein. Was aber mit Sicherheit richtig ist: Früher war vieles anders. Und das gilt ganz besonders auch für die Arbeitswelt. Noch vor 60 Jahren gingen Mitarbeiter ganz klar geregelten Tätigkeitsbereichen nach und hatten einen genau definierten Platz im Unternehmen. Es war sogar üblich, von der Ausbildung bis zur Rente im selben Betrieb zu arbeiten. Das ist heute längst nicht mehr der Fall – so haben unter anderem Globalisierung und Digitalisierung für neuen Wirbel in der Arbeitswelt gesorgt. Alles scheint schneller, dynamischer und unübersichtlicher. Und mit diesen Veränderungen kommen auch neue Herausforderungen.

Was ist heute anders?

Wo früher noch Faktoren wie klare Hierarchien, Gehorsam und Arbeitsplatzsicherheit an erster Stelle standen, herrschen heute Flexibilität und eigenverantwortliches Handeln. Anforderungen ändern sich schnell, da ist es erforderlich, dynamisch zu sein, agil, kreativ und vor allem motiviert, sich schnell neue Dinge anzueignen. Kurz: Die zentralen Werte der Arbeitswelt haben sich deutlich gewandelt.  

Das hat natürlich einerseits große Vorteile und ermöglicht etwa flexible Zeiteinteilung und die Chance, sich durch seine Arbeit selbst zu verwirklichen. Andererseits können die Anforderungen kräftezehrend und herausfordernd sein. Abhängigkeiten und Prozesse werden zunehmend komplexer, Grenzen zwischen Arbeit und Privatem verschwimmen und deshalb braucht es eine gute Balance zwischen den persönlichen Ressourcen und den hohen Leistungsanforderungen. Wie schaffe ich es, in dieser dynamischen, schnellen Arbeitswelt meine Gesundheit und Vitalität zu erhalten?

Mit Freiheit kommt Verantwortung

Zunächst einmal solltest du dir darüber klar sein, was dieser Wertewandel für dich selbst bedeutet. Welche Anforderungen werden in deinem Arbeitsumfeld an dich gestellt? Was zehrt an deinen Kräften, was wiederum gibt dir Energie?

Fakt ist: In flachen Hierarchien bist du in vielerlei Hinsicht dein eigener Chef. Du hast mehr Freiheiten, deine Tätigkeit innerhalb des Zielrahmens zu gestalten. Aber mit der Freiheit kommt auch Verantwortung. Es stellt sich beispielsweise niemand regelmäßig hinter dich und sagt „Hey, du arbeitest jetzt schon so lange. Mach doch lieber eine Pause, kümmere dich um dich.“ Nein, um körperlich und geistig gesund zu bleiben, braucht es Eigenverantwortung. Um nicht nur kurzfristig starke Leistungen in der Arbeit zu zeigen, sondern langfristig gesund, konzentriert, glücklich und damit auch leistungsfähig zu sein. Denn „höher, schneller, weiter“ ist nicht das, was dich langfristig weiterbringt.

Vitalität – größte Chance, größte Herausforderung

Ein Zustand, der uns auch in instabilen Zeiten Kraft gibt: Vitalität. Man versteht darunter Lebensfreude und die Fähigkeit, unter den vorgefundenen Umweltbedingungen zu gedeihen. Für Vitalität braucht es – wie überall im Leben - prinzipiell einen stetigen Wechsel. Ein- und Ausatmen, Schlafen und Wachsein, Herzkontraktion und -entspannung. Und dabei stets die Balance halten. Für unsere Arbeitswelt bedeutet das: Es ist gut, dass hohe Anforderungen an uns gestellt werden, denn daran können wir wachsen und wir bleiben in Bewegung. Dafür brauchen wir aber auch Entspannungsphasen, um die Balance zu halten.

Und das kann bereits bei kleinen Dingen anfangen. Wusstest du, dass langes Sitzen im Büroalltag ein großer Faktor ist, der Gesundheit und Vitalität im Weg stehen kann – unabhängig davon, dass du dich ansonsten gut ernährst und viel bewegst? Sieben Stunden sitzen sorgt dafür, dass unsere Blutzuckerwerte knapp den Werten eines Diabetikers entsprechen und unser Gehirn nicht mehr optimal funktioniert.[1] Stündlich aufstehen, kurz dehnen, 5 Kniebeugen – das kann schon ausreichen, um unseren Körper und Geist wieder in Balance zu bringen.

Das kannst du außerdem tun, um im Arbeitsalltag deine körperliche Vitalität zu aktivieren bzw. zu unterstützen:

  • Den Körper generell fit halten durch Sport und gesunde Ernährung.
  • Geregelte Aufsteh- und Zubettgehzeiten einhalten und ausreichend schlafen.
  • Regelmäßige Pausen machen, auch wenn die Arbeit gerade sehr stressig ist.
  • Und ja, selbst Kleinigkeiten wie die richtige Beleuchtung und Dekoration am Arbeitsplatz können Wunder wirken!

So kannst du deine geistige / kognitive Vitalität unterstützen:

  • Grenzen bewusst machen - und entweder verteidigen: „Nein, das schaffe ich heute nicht mehr." oder die Grenzüberschreitung bewusst annehmen und ausgleichen „Ich erlaube mir heute, diese Grenze zu überschreiten. Dafür werde ich heute Abend...".
  • Perfektionsanspruch überprüfen: Frage dich selbst: Wozu mache ich das? Welches Ziel will ich erreichen? Ist der andere vielleicht auch mit 80% glücklich?“, getreu dem Mantra „Ich bin gut genug!".
  • Erkennen der eigenen Stärken. Welche Vorteile ziehst du aus den Bedingungen der heutigen Arbeitswelt? Gibt es eine Eigenschaft an dir, die du beruflich besonders gut nutzen kannst, zum Beispiel deine Spontaneität?
  • Sichtweisen ändern und die „Schuld“ nicht bei anderen suchen. Natürlich können wir nicht alle Arbeitsbedingungen nach unseren Wünschen formen - aber wir können unsere Sichtweise verändern, indem wir widrige Umstände positiv umformulieren. So kann aus einem „Mir wird so viel Arbeit aufgehalst!“ ein „Mein Chef und meine Kollegen schätzen meine Arbeit sehr, da sie mir viel Verantwortung übergeben!“ werden.

Du bist verantwortlich für dein Wohlbefinden und deine Vitalität. Du entscheidest, wie du mit den Herausforderungen der neuen Arbeitswelt umgehen möchtest und kannst einen Ausgleich schaffen, um langfristig glücklich und leistungsfähig zu bleiben.

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[1] https://www.dw.com/de/sitzen-macht-krank/av-18270068