Home-Office ist eine Alternative, die spätestens seit diesem Jahr viel genutzt wird. Das stellt viele von uns vor Herausforderungen. Denn jeder hat andere Gegebenheiten, Wohnsituationen und Arbeitsweisen. Hinzu kommt, dass die Grenze zwischen Arbeitsplatz und Zuhause nicht mehr klar gezogen ist. Dadurch ist der Anspruch an das Zeitmanagement ein ganz anderer. Tipps, wie das Zeitmanagement im Home-Office dennoch funktioniert, gibt es hier.

Ablenkungen am Arbeitsplatz aus dem Weg räumen

Als Erstes kann der Arbeitsplatz an sich betrachtet werden. Ist es ein fester Platz, der für keine anderen Zwecke genutzt wird? Oder ist es ein provisorisches Fleckchen, dass je nach Bedarf wechselt? Egal welche Variante, eines sollten beide Optionen aufweisen: wenig Ablenkung. Am besten ist ein Platz, an dem wirklich nur das benötigte Arbeitsmaterial (Laptop, Dokumente, etc.) liegt. Magazine, Post und weitere Gegenstände sind alles Aufmerksamkeitsfresser, die vom Wesentlichen ablenken können. Auch Fenster können durch den schweifenden Blick zur Ablenkung werden. Deshalb Augen auf bei der Platzwahl.

Ziele für den Tag setzen

Wer nicht weiß, was er vorhat, wird eher unproduktiv sein. Dem Zeitmanagement ist ungemein geholfen, wenn wir wissen, was das heutige Ziel ist. Welche Aufgaben sollten oder müssen heute erledigt werden? Bei welcher ist die Deadline am nächsten? Kann ich bei einer Aufgabe erst weitermachen, wenn ich die andere erledigt habe? Die Übersicht an Tasks und To-Dos sollte nach diesen Fragen priorisiert und eingeteilt werden.

Feste Zeiten setzen

Auch im Home-Office gelten die normalen Arbeitsstunden. Natürlich ist es leicht, noch schnell etwas zu erledigen, oder doch noch eine halbe Stunde länger morgens im Bett zu bleiben. Jedoch sollte auch zuhause nicht von fixen Zeiten zu stark abgewichen werden. Ob um sechs oder um neun Uhr begonnen wird, ist dabei jedem selbst überlassen. Aber dennoch sollte man sich feste Zeiten setzen, in denen man arbeiten möchte.

Pomodoro-Technik

Bei dieser Technik geht es besonders um die Zeiteinteilung. Es wird ein Wecker oder eine Küchenuhr (ital. Pomodoro) auf 25 Minuten gestellt. In diesem Zeitfenster wird fokussiert und ohne Ablenkungen an einer Aufgabe gearbeitet. Klingelt der Wecker, so wird eine fünfminütige Pause eingelegt. In dieser wird sich mit keinen Aufgaben beschäftigt. Am besten steht man in der Pause auf und räumt zum Beispiel etwas im Haus auf. Nach den fünf Minuten wird die Küchenuhr wieder auf 25 Minuten gestellt und es wird wieder konzentriert weitergearbeitet. Das wird insgesamt vier Mal wiederholt, dann wird eine 30-Minuten-Pause eingelegt. Mit dieser Technik wird der eigene Fokus verstärkt und somit die Produktivität gesteigert und gleichzeitig immer wieder Kraft getankt.

Die 18-Minuten-Regel

Dieses Konzept soll ähnlich wie die Pomodoro-Technik die Zeit einteilen. Ziel ist es, möglichst wenig Zeit mit Planen zu verbringen, aber dennoch effizient zu sein. Bei dieser Regel beginnt jeder Tag mit 5 Minuten, in denen der Tag geplant wird. Anschließend stellt man sich jede Stunde einen Wecker. Klingelt dieser, wird eine Minute auf die vergangene Stunde zurück geblickt. Wie produktiv waren wir? Inwieweit sind wir vorangekommen? Was kann besser gemacht werden? Nach acht Stunden sind das insgesamt 8 Minuten. Am Ende des Tages nimmt man sich wieder fünf Minuten, in denen der ganze Tag reflektiert wird. Was wurde geschafft? Was klappt gut? Was kann ich morgen anders machen? So kommt man am Ende des Tages auf 18 Minuten, die zur Analyse und Verbesserung der eigenen Arbeitsweise und Zeiteinteilung genutzt werden.

Das Parkinsonsche Gesetz

Aufschieberitis lässt grüßen. Das Parkinsonsche Gesetz besagt, dass die Bearbeitungszeit einer Aufgabe so lange beträgt, wie wir für diese Aufgabe zur Verfügung haben. Wenn wir für eine Aufgabe drei Tage Zeit haben, so werden wir diese auch brauchen. Haben wir für die gleiche Aufgabe nur zwei Tage Zeit, so schaffen wir das dennoch. Das ist natürlich nicht pauschal für jede Aufgabe annehmbar, aber in den meisten Fällen anwendbar. Denn die bestehende Zeit für eine Aufgabe nehmen wir uns meistens auch. Das hat jedoch zur Folge, dass wir nicht ganz so intensiv und konzentriert an dieser arbeiten. Deshalb: Von sich aus frühere Deadlines setzen und den (leichten) Druck als Ansporn nehmen, fokussierter zu arbeiten.

Feierabend machen

Auch beim Zeitmanagement im Home-Office gilt: Irgendwann ist Schluss. Wie bereits erwähnt, sind feste Zeiten wichtig, um besser planen zu können. Somit auch das Ende des Arbeitstages. Im Home-Office ist die Versuchung groß, schnell noch eine Stunde draufzupacken. Aber das kann auf Dauer zermürben und lädt ein, diese Zeit immer wieder zu erweitern. Besser ist es, die Aufgabe bzw. Tätigkeit so weit es geht abzuschließen und Schluss zu machen. Manchmal klappt es sogar besser, wenn am nächsten Tag mit frischen Augen wieder ans Werk gegangen wird.

Das Zeitmanagement im Home-Office rocken

Egal welches Gesetz, welche Regel oder Technik wir anwenden, sie alle können uns helfen, der Zeit im Home-Office eine klare Struktur zu geben. Welche Variante uns am besten liegt oder hilft, ist auszuprobieren. Aber dafür haben wir ja Zeit.