Zufriedenheit. Etwas, was von Mensch zu Mensch unterschiedlich definiert wird. Was den Einen zufrieden stellt, ist für den Nächsten vielleicht nicht ausreichend. Doch jeder von uns möchte zufrieden sein, um glücklich zu sein.  Also, legen wir los: Wie schaffen wir Zufriedenheit für uns in unserem Arbeitsumfeld?

Zunächst sollte der Unterschied zwischen Glück und Zufriedenheit betrachtet werden. Denn es ist nicht das Gleiche. Wir können glücklich sein, wenn wir schöne Dinge betrachten, oder Großartiges erleben. Dabei wird der Botenstoff Dopamin in unserem Gehirn ausgeschüttet. Dies sind jedoch Momentaufnahmen, die zeitlich begrenzt sind und schnell vergehen, und bei häufiger Wiederholung langweilig werden können.

Zufriedenheit kann daran erkannt werden, dass wir unsere Lage und Situation akzeptiert haben, wir nicht nach mehr fragen und wir innerlich ausgeglichen sind. Wir haben unsere Bedürfnisse auf lange Sicht befriedigt, und schütten dabei Endorphine und Morphium aus, welche lange in unserem Gehirn wirken.

Laut einer Studie sind wir jedoch generell eher unzufrieden, als zufrieden. Und Unzufriedenheit hat „Vorteile“ für uns: Wir dürfen uns beschweren und müssen nichts verändern. Das kann eine wohlfühlende Position für uns sein und es fühlt sich gut an Recht zu haben. Das setzt für uns bereits bekannte Botenstoffe frei. Diese Gewohnheit kann uns unruhig werden lassen, wenn wir doch einmal zufrieden sind. Denn dann fühlt es sich für uns an, als ob etwas fehlen würde, da wir uns nicht wie gewohnt beschweren können.

Ebenso lädt unsere Unzufriedenheit dazu ein, aus ihr eine Motivation zur Veränderung zu schöpfen. Klingt zunächst gut, ist aber weitaus aufwendiger. Denn sind wir mit etwas nicht zufrieden, verbraucht das bereits Energie und Lebensfreude. In der Summe benötigen wir somit weitaus mehr Kraft, als bei einer Veränderung aus unserem freien Willen.

Wann sind wir zufrieden? Können wir das überhaupt bewusst selbst entscheiden?

Da wir nicht nur glücklich, sondern zufrieden sein möchten, können wir unsere Bedürfnisse erfüllen. Demnach als aktiv dafür sorgen, dass sie erfüllt werden.

Dafür sollte uns zunächst bekannt sein, welche diese sind. Sind es gute Arbeitsbedingungen? Das Erreichen von Wohlstand und Status?

Generell sieht die Wissenschaft drei Bausteine: gute Beziehungen, angeborene Neugier und einen gesunden Stresshaushalt. Diese drei Bedürfnisse existieren in unserem beruflichen sowie privaten Umfeld. Wenn wir uns mit Familie, Freunden und Kollegen verstehen, wir eigenständig etwas in unserem Umfeld schaffen und bewirken und wir negativen Stress vermeiden, haben wir beste Voraussetzung zufrieden zu sein.

Weiterhin hat unsere Zufriedenheit viel mit unserem Gehirn zu tun. Mindestens sieben Areale in unserem Hirn sind aktiv und stehen im Zusammenhang, wenn wir glücklich oder zufrieden sind. Dieser Fakt wirft ein neues Licht auf die Erkenntnis, dass sich unser Gehirn dauernd verändert. Wir können ihn wie einen Muskel trainieren. Können wir also unseren „Muskel“ nutzbar machen, und uns antrainieren, zufrieden zu sein?

Zumindest lässt es uns erkennen, dass wir eigenständig unsere Zufriedenheit zu manchen Teilen bestimmen können. Wir können unsere Wahrnehmung selbst gestalten.

Zunächst betrachten wir dabei, was uns unzufrieden macht. Liegt die Quelle im Äußeren (Deadlines, Kollegen, etc.) oder in unserem Inneren (Leistung, Skills, etc.)? Ist es temporär oder längerfristig? In den meisten Fällen ist es ungesunder Stress, der uns in einen unzufriedenen Zustand bringt. Hierbei kann ebenfalls die Lupe darüber gehalten werden: Was genau ist die Ursache/ die Quelle für diesen?

Haben wir erkannt, woher dieser kommt, stehen wir vor einer Entscheidung: Verändere ich diesen, oder behalten wir ihn bei und passen unsere Einstellung durch Neubewertung an? Denn was bei dieser Entscheidung zu berücksichtigen ist, ist der Aufwand und der Nutzen dessen, oder ob wir die Quelle des Stresses überhaupt verändern können.

Entscheiden wir uns bewusst, die Quellen der Unzufriedenheit zu verändern, oder unsere Einstellung zu diesen zu verändern, so gehen wir den ersten Schritt zu einer inneren Ausgeglichenheit.

Denn die Mühe und die Kraftaufwendung der Veränderung kann lohnend sein. Wir empfinden Freude, Zuversicht und Vertrauen und erzielen Spitzenleistungen.  

Weiterhin können wir uns auch zusätzliche Zufriedenheit schaffen, indem wir Freundlichkeit nutzen. Laut einer Studie fühlen sich viele von uns optimistischer, selbstbewusster und stärker, wenn wir anderen geholfen haben. Dafür sorgt der Neurotransmitter Serotonin, denn wir bei freundlichen Handlungen ausschütten.

Und auch dies können wir mit unserem „Muskel“ Gehirn trainieren. Je mehr wir freundlich sind und Güte zeigen, desto mehr baut sich unser Gehirn um. Und dies beginnt schon bei kleinsten Handlungen: Jemanden ein ehrliches Kompliment machen, Jemandem Danke sagen, Jemanden anlächeln, Jemanden an der Kasse vorlassen, …

Ein weiterer Vorteil hierbei und unserer eigenen Zufriedenheit ist, dass es ein positives Umfeld schafft. Es wirkt sich auf unsere Mitmenschen aus. Ebenso auf unsere Kollegen und Mitarbeiter.

Und nicht nur unsere eigene Zufriedenheit ist für erfolgreiche Projekte und ein gesundes Arbeitsklima, wichtig.

Wie können wir noch dafür sorgen, dass die Mitarbeiterzufriedenheit steigt? Was benötigen sie, um zufrieden zu sein? Ein offener Austausch und aktives Nachfragen und Zuhören, können Offensichtliches schnell erkennen lassen. Die Verantwortung für die Zufriedenheit bleibt jedoch beim Mitarbeiter. Führungskräfte nehmen viel mehr eine unterstützende Rolle ein, und kommunizieren Methoden zur Bewusstmachung.

Wir können selbst die Grundvoraussetzungen für Zufriedenheit schaffen, indem wir uns der „positiven Psychologie“ bedienen. Diese neue Wissenschaft setzt der Zufriedenheit folgende drei Säulen voraus, die in einem Zusammenspiel stehen. Sind diese gut ausgerichtet, können wir und unsere Mitarbeiter Spitzenleistungen erzeugen.

  • Stärkenorientierung: Das Erkennen der eigenen Stärke und die optimale Einsetzung dieser.
  • Flow: Das Anpassen der Aufgaben an die Fähigkeiten der Menschen und somit die Versetzung in den Zustand der Selbstvergessenheit (den „Flow“).
  • Sinn: Das in Einklang bringen der Motivationen und Wünsche der Mitarbeiter mit den Visionen und Ziele des Unternehmens.

In alltäglichen Situationen können wir nach jeder Entscheidung die Betroffenen fragen, ob sie mit dieser zufrieden sind, oder was sie brauchen, um es zu sein. Besonders bei Rollen- und Aufgabenverteilungen ist das von Bedeutung, da diese meist längerfristig sind.

Innere Zufriedenheit: Eine Entscheidung + Training

Zufriedenheit hat viele verschiedene Facetten. Während wir nicht unseren momentanen Zustand ändern können, so können wir jedoch unseren zukünftigen aktiv gestalten. Nicht nur für uns, sondern auch für unser Umfeld. Packen wir es an, oder finden wir uns ab?